Verband warnt vor Corona-Lockerungen in Pflegeeinrichtungen

Erfurt (epd). Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste (bpa) in Thüringen sieht die geplante Aufhebung der Besuchsbeschränkungen in Pflegeeinrichtungen kritisch.

"Wenn künftig in jedem Landkreis und jeder Kommune, je nach Infektionsgeschehen vor Ort, andere Bestimmungen gelten sollen, wird die Akzeptanz in der Bevölkerung für die Infektionsschutzmaßnahmen weiter sinken", sagte die bpa-Landesvorsitzende, Margit Benkenstein, am Donnerstag in Erfurt. Sie befürchtet einen "regionalen Flickenteppich" mit gefährlichen Folgen für Pflegebedürftige und Beschäftigte.

Benkenstein kritisierte, dass es noch kein verbindliches Testkonzept in Thüringen gebe. Insbesondere bei Neuaufnahmen und Rückverlegungen aus den Krankenhäusern werde größtmögliche Sicherheit für Beschäftigte und Pflegebedürftige gebraucht. Solange es keine ausreichenden und kostenfreien Tests und keinen Impfstoff gebe, sollte an den bisherigen Schutzmaßnahmen festgehalten werden. Das Konzept der koordinierten Besuche in besonderen Räumen habe sich durchaus bewährt, sagte Benkenstein. Der Verband vertritt in Thüringen 250 private Anbieter.

In Thüringen sollen Besuche in Pflegeeinrichtungen und besonderen Wohnformen für Menschen mit Behinderungen ab 30. August wieder ohne Einschränkungen möglich sein. Es gibt ein Stufenkonzept, das Einschränkungen bei zunehmendem Infektionsgeschehen vorsieht. Wenn die Zahlen einen bestimmten Wert überschreiten, sind zwei Besucher täglich pro Bewohner erlaubt. Besuchsverbote soll es nur geben, wenn es Infektionsfälle in der Einrichtung gibt.



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