Viele Kreise in Sachsen-Anhalt ziehen die Notbremse

Magdeburg (epd). Wegen weiterhin steigender Corona-Infektionszahlen haben bisher zwölf der 14 Landkreise und kreisfreien Städte in Sachsen-Anhalt die von Bund und Ländern vereinbarte Notbremse gezogen. 

Konsequenz seien etwa verschärfte Beschränkungen privater Kontakte auf einen Hausstand plus eine weitere Person, sagte Landesgesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD) am Dienstag in Magdeburg.

Grund sei, dass in allen betroffenen Kreisen die Sieben-Tage-Inzidenz der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner über 100 liege, erklärte sie. Bis auf den Altmarkkreis Salzwedel und den Landkreis Anhalt-Bitterfeld hätten daher alle Kreise verschärfte Verordnungen erlassen. Als weitere Option seien auch lokale nächtliche Ausgangssperren möglich, sagte sie. Landesweit liegt die Inzidenz demnach bei 168.

Zur besseren Nachverfolgung von Infektionen und Kontakten setzt Sachsen-Anhalt künftig auf die Luca-App. Die Gesundheitsämter in sechs Kreisen werden sie laut Grimm-Benne bereits in den kommenden zwei Wochen verwenden, die acht übrigen sollen innerhalb von sechs Wochen angeschlossen werden. Die Kosten von rund einer Million Euro trägt das Land.

Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) erklärte, er sei froh, dass es in Landkreisen mit besonders hohen Inzidenzen nun auch eine Testverpflichtung für Arbeitgeber gebe. "Ein Großteil der Infektionen findet im Arbeitsprozess statt", betonte Haseloff und kritisierte den Bund, hier noch keine verbindlichen Regeln gesetzt zu haben. Auf freiwilliges Testen, das bisher nur rund ein Viertel der Unternehmen praktiziere, könne man nicht weiter setzen, erklärte er.



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