Wissenschaftliche Empfehlungen zu künftigen Pandemien

Halle (epd). Die Wissenschaftsakademien der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer haben gemeinsame Empfehlungen zur Vorbereitung auf künftige Pandemien vorgelegt. 

Die Stellungnahme baut auf den Erfahrungen mit der Coronavirus-Pandemie auf, wie die beteiligte Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina am Freitag in Halle/Saale erklärte. Das Papier entstand im Vorfeld des für Ende Oktober in Rom geplanten Gipfeltreffens der G20-Staaten.

Die Akademien empfehlen etwa ein weltweites Netzwerk zur Überwachung von Krankheitsausbrüchen. Dieses solle auf gemeinsam vereinbarten Kriterien basieren. Ein gehäuftes Auftreten von Krankheits- und Todesfällen solle so frühzeitig erkannt und rasch auf mögliche Pandemieausbrüche reagiert werden können.

Desweiteren werden verlässliche Richtlinien und Plattformen für die Sammlung und den weltweiten Austausch detaillierter Daten angemahnt. Medikamente, Impfstoffe und medizinisches Verbrauchsmaterial sollte dezentral hergestellt und ausgeliefert werden. Dabei gelte es, Technologie- und Fertigungskapazitäten für Produkte des medizinischen Bedarfs weltweit zu fördern, jedoch besonders in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen. Die Zulassung von Produkten sollte laut den Akademien zeitlich gestrafft werden. Der Zugang zu neuen Technologien müsse unter Wahrung von geistigem Eigentum, Patenten und Preisbildungsmechanismen beschleunigt werden.



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