Zwei Corona-Optionsmodelle ab Oktober in Thüringen vorgesehen | Sachsen will mit 2G-Modell Corona-Lockerungen ermöglichen

Erfurt (epd). Thüringer Gastronomen und Veranstalter sollen sich ab Oktober zwischen zwei Zugangsbeschränkungen zu Restaurants und inhäusigen Angeboten entscheiden können.

Zur Wahl stünden die Optionen 2G und 3G Plus, sagte Sozialministerin Heike Werner (Linke) am Dienstag nach einer Sitzung des rot-rot-grünen Kabinetts in Erfurt. Die Pläne würden nun dem Landtag zur Beratung vorgelegt.

Beiden Optionen ist der Zutritt für Genesene und Geimpfte gemein. Wer auch Getesteten den Zugang zum Innenbereich gestatte (3G Plus), dürfe künftig die Räumlichkeiten nur zu 75 Prozent auslasten. Das Plus bei 3G erkläre sich, weil ursprünglich dafür eine Obergrenze von 50 Prozent vorgesehen gewesen sei, erklärte Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD).

Dass es zwei Regelungen gebe, entspringe unterschiedlichen Sichtweisen innerhalb der Branche. Auch wenn die Corona-Verordnungen aus rechtlichen Gründen jeweils nur vier Wochen gelten würden, solle das Optionsmodell längerfristig Bestand haben, versprach er.

Kinder bis zu sechs Jahren bräuchten keinen Test. Für Heranwachsende und Jugendliche unter 18 Jahre reiche ein einfacher Antikörpertest. Alle Erwachsenen - so sie nicht zu den Genesenen oder vollständig Geimpften zählten - müssten dagegen einen aktuellen PCR- oder vergleichbaren Test vorlegen, erläuterte Werner.

Ihr sei es immer darum gegangen, auch in Corona-Zeiten allen Menschen die größtmögliche Teilhabe am sozialen und kulturellen Leben zu ermöglichen, unterstrich die Linken-Politikerin. In Thüringen sind noch immer über 40 Prozent der Bevölkerung nicht vollständig gegen das Corona-Virus geimpft.

Sachsen will mit 2G-Modell Corona-Lockerungen ermöglichen

Dresden (epd). Sachsen führt das 2G-Modell als Zugangsregel für Veranstaltungen ein. „Es ist eine Option, keine Verpflichtung“, sagte Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) am Dienstag in Dresden nach der Kabinettssitzung. Es sei eine Möglichkeit für Corona-Lockerungen - vor allem für die Innengastronomie, Innensportstätten oder auch Großveranstaltungen mit maximal 5.000 Teilnehmenden. Auch für Diskotheken, Bars, Clubs sowie Musik- und Tanzschulen könne es angewendet werden.

Ziel sei es, schrittweise zur Normalität zurückzukehren, sagte Köpping. Es sei aber niemand verpflichtet, 2G anzuwenden. Die neue Corona-Schutzverordnung für Sachsen gilt von Donnerstag an bis zum 20. Oktober. Bei der 2G-Regel können Veranstalter selbst entscheiden, ob sie nur Geimpfte und Genesene einlassen, um im Gegenzug andere Schutzauflagen zu lockern.

Nicht angewendet wird diese Möglichkeit laut Köpping im öffentlichen Nahverkehr und Einzelhandel sowie in Kantinen und Mensen, im Rehasport, bei körpernahen Dienstleistungen und bei Friseuren. Zudem sind laut der Ministerin Menschen, die sich etwa aus gesundheitlichen Gründen nicht impfen lassen können, von der 2G-Regel ausgenommen. Personen bis 16 Jahren können dagegen an der 2G-Regel teilnehmen ohne eine Nachweispflicht.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte sich für einheitliche Zugangsregeln ausgesprochen. Ideal wäre aus seiner Sicht, wenn sich alle Länder auf das 2G-Modell als Option einigen würden.

In Sachsen lag die Sieben-Tage-Inzidenz am Dienstag bei 36, 8. Vollständig geimpft sind im Freistaat laut Köpping bisher 53,9 Prozent der Bevölkerung.



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