05.11.2020
Gottesdienste

Grundsätzliches:

Gottesdienste können gefeiert werden. In Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Sachsen sind Anwesenheitsnachweise vorzuhalten, für Thüringen gilt diese Belegpflicht nicht. Die bisher üblichen Regelungen zum Gesundheitsschutz (AHAL-Regelungen) sind umzusetzen. Insbesondere empfehlen wir, die Gottesdienste nicht über das Maß einer dreiviertel Stunde hinaus zu dehnen, da die Ansteckungsgefahr mit zunehmender Verweildauer in einem Raum zunimmt. Das Tragen einer Mund- und Nasenbedeckung im Gottesdienst ist in den Ländern unterschiedlich geregelt. Trauerfeiern und Kasualien sind Gottesdienste.

Für das Singen im Gottesdienst gelten die alten Regelungen der Rundverfügung, auf die wir wiederholt hingewiesen haben. Es gibt weiterhin kein Verbot des Singens. In Brandenburg und Sachsen ist dies nur mit Mund- und Nasenbedeckung erlaubt.

 

Rundverfügung des Landeskirchenamtes: "Perspektiven für kirchliches Handeln in der Corona-Pandemie"

Das Kollegium des Landeskirchenamtes hat auf seiner Sitzung am 22. September 2020 eine neue Rundverfügung erlassen, die ab sofort  in Kraft tritt. Sie enthält u.a. Vorgaben für ein Infektionsschutzkonzept für Gottesdienste und kirchliche Veranstaltungen:

"Aufgrund der weiterhin bestehenden Corona-bedingten Einschränkungen des öffentlichen Lebens steht das kirchliche Handeln unter besonderen Voraussetzungen. Das Landeskirchenamt gibt dazu im Rahmen der staatlichen Regelungen nachfolgende Perspektiven zum kirchlichen Handeln sowie verbindliche Vorgaben für die Erstellung eines Infektionsschutzkonzeptes und Empfehlungen für kirchliche Arbeitsfelder heraus. Das Kollegium wird bei sich ändernden staatlichen Regelungen weiterhin Anpassungen vornehmen. Darüber hinaus sind die Hinweise auf Landkreisebene (kreisfreie Städte), aus dem Krisenstab und den fachaufsichtsführenden Stellen der EKM zu beachten. Treten Infektionsherde auf, womit in den kommenden Monaten zu rechnen ist, wird es regionale Verschärfungen geben. Das macht es weiterhin unmöglich, allgemeine und langfristig geltende Detail-Regelungen jenseits eines Mindestniveaus aufzustellen. Die Landeskirche kann die Regelungen der Landkreise und freien Städte weder sämtlich vorhalten noch in Vorgaben oder Empfehlungen an die Kirchengemeinden umsetzen.  

Grundsätzlich ist jede kirchliche Stelle dafür verantwortlich, immer wieder neu zu prüfen, welche Regelungen zu Zusammenkünften, Kontaktverboten und kirchlichen Veranstaltungen im jeweiligen Bundesland und ergänzend im jeweiligen Landkreis oder in der kreisfreien Stadt gerade gelten. Kirchengemeinden können als Veranstalter diese Verantwortlichkeit nicht delegieren. Die Kirchenkreise sollen dabei in ihrer beratenden, koordinierenden und ordnenden Funktion, z. B. durch begleitende Absprachen mit den zuständigen Stellen der Landkreise/kreisfreien Städte, Unterstützung geben. Es wird empfohlen, die Schutzkonzepte in Zweifelsfragen mit den örtlichen Gesundheitsämtern dahingehend abzustimmen, ob sie mit den geltenden Regelungen übereinstimmen."

Die aktuelle Rundverfügung finden Sie unter "Downloads" auf dieser Seite.

 

Die Evangelische Bank bietet eine App, mit der Gottesdienstbesucher digital erfasst werden können (Alternative zur Anwesenheitsliste). Informationen dazu finden Sie unter "Downloads" auf dieser Seite (EinfachBesuchen-App).

 

Handlungsempfehlungen zum Verhalten in der Heizsaison 2020/ 2021:

"Beheizen & Temperieren von Kirchen  während der Corona-Pandemie - Stellungnahme und Handlungsempfehlungen", im Auftrag von elf Bistümern und Landeskirchen: Das Dokument findet sich auf dieser Seite unter "Downloads".

 

Gemeindegesang/Kirchenmusik: 

Es kann im Gottesdienst gesungen werden, wenn der Mindestabstand von 3 Metern (Sachsen-Anhalt mindestens 2 Meter) eingehalten wird oder eine Mund- und Nasenbedeckung getragen wird, wenn dieser Abstand nicht einzuhalten ist. Wenn beides im Raum nicht möglich ist, muss auf das Singen verzichtet werden. Diese Vorgabe ist erforderlich, da gemeinsames Singen die Infektionsgefahr erhöht. Neben der Tröpfcheninfektion ist dabei der Übertragungsweg über Schwebeteilchen/Aerosole verstärkt im Blickfeld.  
Die Nutzung der Gesangbücher ist möglich, wenn diese nach der Benutzung auf den Plätzen verbleiben und dort mindestens 3 Tage unbenutzt liegen bleiben. Damit ist eine Schmierinfektion ausgeschlossen.
Kirchenmusik wird auf angemessene Weise durch den Kirchenmusiker bzw. die Kirchenmusikerin praktiziert. Dazu kann neben dem Orgelspiel die Mitwirkung von einzelnen Sängern, kleinen Chorgruppen, Instrumentalisten oder kleineren Instrumentalgruppen gehören. Auf diese Art und Weise können auch musikalische Andachten und kürzere Konzerte angeboten werden.
Abweichungen für Gemeindegesang und Kirchenmusik sind mit der örtlichen Gesundheitsbehörde zu klären. Im Freien sind dabei größere Abweichungen möglich.

Die Direktorenkonferenz Kirchenmusik hat derzeit verfügbare wissenschaftliche Äußerungen und Studien zusammengestellt zur Frage der Corona-Infektionsrisiken beim Musizieren. Diese Zusammenstellung finden Sie unter Downloads auf dieser Seite.

 

Taufen, Hochzeiten und Trauerfeiern:

Aus der Rundverfügung der EKM:
Taufen und Trauungen sind im Gottesdienst möglich. Öfter als bislang sollen sie außerhalb des normalen Gemeindegottesdienstes bzw. im kleinen Kreis stattfinden. Bei der Taufe sind die hygienischen Vorsichtsmaßnahmen zu beachten, d. h. die bzw. der Taufende trägt eine Mund- und Nasenbedeckung, da der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann. Hinweise für alternative liturgische Formen wurden vom Gemeindedienst erarbeitet
Die Zulässigkeit der Kasualgottesdienste betrifft nur die Gottesdienste selbst. Anschließende Familienfeierlichkeiten sind davon nicht erfasst.
Bei Trauerfeiern sind die Abstands- und Hygieneregeln einzuhalten.

 

 

Online-Kollekte

Ab sofort kann man in der EKM die Kollekte auch online abgeben. Die Landeskirche hat dazu eine entsprechende einfache Möglichkeit auf der Website geschaffen. Hier wird u.a. die gewünschte Höhe der Kollekte eingegeben sowie Name und Mailadresse. Auch der Erhalt einer Spendenquittung ist möglich Der Kollektenzweck richtet sich dabei nach dem üblichen Kollektenplan: www.ekmd.de/service/spenden-kollekten/ihre-spende/?evangelische-kirche-in-mitteldeutschland/spende

 

Rechtsfragen zur Übertragung von Gottesdiensten im Internet:

Die EKD hat Folgendes mitgeteilt:

Einstellen bzw. Einblenden von Noten und Liedtexten im Internet

Mit der VG Musikedition ist vereinbart, dass Lieder/Liedtexte im Zusammenhang mit der zeitgleichen und zeitversetzten Übertragung von Gottesdiensten, anderen kirchlichen Veranstaltungen gottesdienstlicher Art sowie sonstigen gemeindlichen, nicht-kommerziellen Veranstaltungen zugänglich gemacht werden können . Die ursprünglich geltende 72 -Stunden-Grenze ist nicht mehr Gegenstand der Vereinbarung. Gemeindegliedern können so Noten und Liedtexte online zur Verfügung gestellt werden, soweit die Rechte von der VG Musikedition wahrgenommen werden. Liedzettel zum Download dürfen aber nicht angeboten werden. Nicht urheberrechtlich geschützte Werke können unabhängig davon online gestellt werden. Diese Regelung gilt zunächst bis zum 31. Dezember 2022.

Musikwiedergaben im Internet im Zusammenhang mit Gottesdiensten

Die Verbreitung von Livestreams und Videos über YouTube und Facebook wird bei der GEMA durch YouTube bzw. Facebook selber abgegolten, die GEMA hat eigene Vereinbarungen mit den Plattformbetreibern. Es wird deshalb das Hochladen von Gottesdiensten und damit auch von urheberrechtlich geschützten Musikwerken auf diese Plattformen empfohlen.

Die Corona-Ausnahmeregelung für die Nutzung von GEMA-geschützten Musikinhalten auf Gemeindewebseiten galt nur bis zum 15.9.2020. Die EKD ist mit der GEMA darüber im Gespräch sind, ob und wie eine weitere Nutzung aussehen könnte.

Es wird empfohlen, Gottesdienste nur für einen begrenzten Zeitraum im Internet abrufbar zu gestalten.

Eine ausführliche Information zu Gema-Fragen und weiteren Fragen zur Gottesdienstgestaltung finden Sie in folgendem Link auf der EKD-Seite: https://www.ekd.de/informationen-zur-gema-bei-youtube-54143.htm

Die Evangelische Kirche in Baden hat sich intensiv mit dem Thema Online-Gottesdienste beschäftigt. Hinweise sind zu finden unter: https://www.ekiba.de/html/content/tipps_fuer_gemeinden_zu_digitalen_angeboten.html

 

Regelungen der Länder:

Thüringen: Gottesdienste sind nach § 8 Abs. 1 S. 1 Nr. 2 zulässig. Anträge oder Anzeigen sind nicht erforderlich. Sonderregelungen für Veranstaltungen unter freiem Himmel gibt es nicht. Eine absolute Teilnehmerbegrenzung enthält die Verordnung nicht, sondern entsprechend der jeweiligen Raum-/Flächengröße ergibt sich unter Beachtung der Abstandsregeln aus der Rundverfügung eine Teilnehmergrenze. Einzuhalten sind die Infektionsschutzregeln nach den §§ 3–5 der Verordnung. Das Infektionsschutzkonzept der Rundverfügung ist das „Gerüst“ für das örtliche Konzept. Ergänzungsbedürftig sind Ausführungen zur Raumkapazität bzw. Flächenkapazität unter freiem Himmel unter Beachtung der Abstandsregeln und zu den Belüftungsmöglichkeiten.

Auch kirchliche Trauerfeiern zählen zu den Veranstaltungen nach § 8 Abs. 1 Nr. 2. Eine Beschränkung auf den engsten Familien- und Freundeskreis besteht nicht.

Anwesenheitslisten sind bei kirchlichen Veranstaltungen nach § 8 Abs. 1 S. 2 nicht notwendig.

Nicht möglich sind im November öffentliche Gemeindefeste und Konzerte (vgl. § 6 Abs. 2 S. 2 Nr. 1 Sonderverordnung): https://www.tmasgff.de/covid-19/sonderverordnung

Sachsen-Anhalt: Gottesdienste sind unverändert möglich. Die Anzahl der zulässigen Teilnehmer bestimmt sich aus der Größe der Kirche und der Einhaltung der Abstandsregeln. Das Schutzkonzept der Rundverfügung für Gottesdienste ist maßgeblich und auf den Raum und die vorhandenen Möglichkeiten vor Ort umzusetzen.

Kirchliche Trauerfeiern sind möglich und vom Verbot in § 2a Abs. 2 ausgenommen, jedoch auf den engsten Familien- und Freundeskreis zu beschränken. Eine absolute Festlegung zur Zahl der Teilnehmer oder der erfassten Verwandtschaftsgrade besteht nicht. Die Zulässigkeit erfasst nicht anschließende private Feierlichkeiten.

Kirchliche Trauungen sind nicht ausdrücklich von dem zeitweiligen Verbot nach § 2a Abs. 2 ausgenommen, sondern die zulässigen „Hochzeiten“ beziehen sich zunächst nur auf die standesamtlichen Eheschließungen. Gleichwohl sind kirchliche Trauungen Gottesdienste aus Anlass einer Eheschließung. Der Kontakt mit dem Gesundheitsamt und eine Beschränkung auf den Personenkreis, der auch bei der standesamtlichen Eheschließung nach § 2a Abs. 2 anwesend sein durfte, sind ratsam. Die Zulässigkeit erfasst nicht anschließende private Feierlichkeiten.

Nach § 2 Abs. 6 sind Anwesenheitsnachweise zu führen.

https://coronavirus.sachsen-anhalt.de/fileadmin/Bibliothek/Politik_und_Verwaltung/Geteilte_Ordner/Corona_Verordnungen/Dokumente/30.10.__Achte_SARS-Co-2-EindV_nach_2_AEVO.pdf

Sachsen: Gottesdienste und andere Veranstaltungen sind nach § 2 Abs. 4 möglich. Die Teilnehmerbegrenzung ergibt sich aus der Möglichkeit den Sicherheitsabstand einzuhalten; eine absolute Personenbegrenzung gibt es nicht.

Nach § 3 Abs. 2 ist bei Gottesdiensten und allen anderen kirchlichen Veranstaltungen eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen. Eine Anwesenheitsliste ist zwingend notwendig. Das Infektionsschutzkonzept der Landeskirche ist eine „branchenspezifische Konkretisierung“ i. S. d. § 4 Abs. 1 der Verordnung und somit maßgeblich für die Durchführung von Gottesdiensten und anderer Veranstaltungen. Nach § 5 Abs. 1 ist auf dieser Grundlage ein eigenes schriftliches Hygienekonzept zu erstellen und umzusetzen. Dabei sind für die einzelnen Nutzungsarten (z. B. Kirchenmusik) die Hinweise der VBG als ebenfalls „branchenspezifische Konkretisierungen der Unfallversicherungsträger“ sowie die Regelungen die Vorgaben des Landes und der Landkreise zu beachten.

https://www.coronavirus.sachsen.de/download/SMS-Corona-Schutz-Verordnung-2020-06-25.pdf

Brandenburg: Bei Gottesdiensten gilt nach § 6 keine absolute Teilnehmergrenze. Die Teilnehmerzahl bleibt aber durch die erforderliche Einhaltung der besonderen Abstands- und Hygieneregeln nach § 6 beschränkt. Die Abstands- und Hygienestandards nach dem Infektionsschutzkonzept der Rundverfügung erfüllen diese besonderen Abstands- und Hygieneregeln. Diese Standards gelten auch für kirchliche Trauerfeiern, Trauungen und allen weiteren kirchlichen Veranstaltungen.

Eine Anwesenheitsliste ist nach § 6 Abs. 1 Nr. 4 Pflicht., ebenso das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung. https://www.brandenburg.de/cms/detail.php/bb1.c.669399.de



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