26.09.2020
Gottesdienste

Rundverfügung des Landeskirchenamtes: "Perspektiven für kirchliches Handeln in der Corona-Pandemie"

Das Kollegium des Landeskirchenamtes hat auf seiner Sitzung am 22. September 2020 eine neue Rundverfügung erlassen, die ab sofort  in Kraft tritt. Sie enthält u.a. Vorgaben für ein Infektionsschutzkonzept für Gottesdienste und kirchliche Veranstaltungen:

"Aufgrund der weiterhin bestehenden Corona-bedingten Einschränkungen des öffentlichen Lebens steht das kirchliche Handeln unter besonderen Voraussetzungen. Das Landeskirchenamt gibt dazu im Rahmen der staatlichen Regelungen nachfolgende Perspektiven zum kirchlichen Handeln sowie verbindliche Vorgaben für die Erstellung eines Infektionsschutzkonzeptes und Empfehlungen für kirchliche Arbeitsfelder heraus. Das Kollegium wird bei sich ändernden staatlichen Regelungen weiterhin Anpassungen vornehmen. Darüber hinaus sind die Hinweise auf Landkreisebene (kreisfreie Städte), aus dem Krisenstab und den fachaufsichtsführenden Stellen der EKM zu beachten. Treten Infektionsherde auf, womit in den kommenden Monaten zu rechnen ist, wird es regionale Verschärfungen geben. Das macht es weiterhin unmöglich, allgemeine und langfristig geltende Detail-Regelungen jenseits eines Mindestniveaus aufzustellen. Die Landeskirche kann die Regelungen der Landkreise und freien Städte weder sämtlich vorhalten noch in Vorgaben oder Empfehlungen an die Kirchengemeinden umsetzen.  

Grundsätzlich ist jede kirchliche Stelle dafür verantwortlich, immer wieder neu zu prüfen, welche Regelungen zu Zusammenkünften, Kontaktverboten und kirchlichen Veranstaltungen im jeweiligen Bundesland und ergänzend im jeweiligen Landkreis oder in der kreisfreien Stadt gerade gelten. Kirchengemeinden können als Veranstalter diese Verantwortlichkeit nicht delegieren. Die Kirchenkreise sollen dabei in ihrer beratenden, koordinierenden und ordnenden Funktion, z. B. durch begleitende Absprachen mit den zuständigen Stellen der Landkreise/kreisfreien Städte, Unterstützung geben. Es wird empfohlen, die Schutzkonzepte in Zweifelsfragen mit den örtlichen Gesundheitsämtern dahingehend abzustimmen, ob sie mit den geltenden Regelungen übereinstimmen."

Die aktuelle Rundverfügung finden Sie unter "Downloads" auf dieser Seite.

 

Gottesdienste nach den Lockerungen der Maßnahmen zur Pandemieeindämmung
Der Krisenstab der EKM hat sich auf seiner Sitzung am 15. Juli 2020 mit der Gottesdienstsituation in der EKM beschäftigt. Er dankt allen Gemeinden, die mit viel Einfallsreichtum, Engagement und erheblichem Mehraufwand Gottesdienste unter den weiterhin einschränkenden Bedingungen feiern. Er bittet, die unter den Hygienebedingungen bestehenden eingeschränkten Formen des Abendmahls zu prüfen und wieder regelmäßig das Abendmahl zu feiern. Dazu gibt es auf der Internetpräsenz des Gemeindedienstes/Gottesdienststelle verschiedene Hinweise (https://www.gemeindedienst-ekm.de/unsere-arbeitsfelder/arbeitsstelle-gottesdienst/). Der Krisenstab hat in der Vergangenheit ebenfalls einige Empfehlungen gegeben.
Die Gemeindekirchenräte der Kirchengemeinden, die seit März 2020 keine Gottesdienste mehr feiern, werden gebeten, in Abstimmung mit den Kirchengemeinden der Region und dem Kirchenkreis Gottesdienste anzubieten. Der Krisenstab geht davon aus, dass die Erfahrungen in vielen Kirchengemeinden seit den Lockerungen der Einschränkungen zeigen, dass Gottesdienste in würdiger Form auch unter weiterhin einschränkenden Bedingungen gefeiert werden können.
 
Erfurt, den 16. Juli 2020
 
Stefan Große (Oberkirchenrat)  Christian Fuhrmann (Oberkirchenrat)

 

Die Evangelische Bank bietet eine App, mit der Gottesdienstbesucher digital erfasst werden können (Alternative zur Anwesenheitsliste). Informationen dazu finden Sie unter "Downloads" auf dieser Seite (EinfachBesuchen-App).

 

Hinweise zum Erntedankfest:

Die Gaben, die im Altarraum beim Erntedankfest ausgestellt werden, sollten nur von den Menschen aufgenommen werden, die die Gaben selbst nutzen bzw. einer Einrichtung direkt zuführen. Da die Erntedankgaben aus unterschiedlichen Haushalten in unseren Kirchen zusammengetragen werden, empfiehlt es sich, nach dem Erntedankgottesdienst die Gaben für einen geraumen Zeitraum dort liegen zu lassen. Mögliche Schmierinfektionen beim Verteilen der Gaben sind dann nicht mehr wahrscheinlich. Die Personen, die die Gaben verteilen, sollten Handschuhe tragen.

 

Handlungsempfehlungen zum Verhalten in der Heizsaison 2020/ 2021:

"Beheizen & Temperieren von Kirchen  während der Corona-Pandemie - Stellungnahme und Handlungsempfehlungen", im Auftrag von elf Bistümern und Landeskirchen: Das Dokument findet sich auf dieser Seite unter "Downloads".

 

Gemeindegesang/Kirchenmusik: 

Es kann im Gottesdienst gesungen werden, wenn der Mindestabstand von 3 Metern (Sachsen-Anhalt mindestens 2 Meter) eingehalten wird oder eine Mund- und Nasenbedeckung getragen wird, wenn dieser Abstand nicht einzuhalten ist. Wenn beides im Raum nicht möglich ist, muss auf das Singen verzichtet werden. Diese Vorgabe ist erforderlich, da gemeinsames Singen die Infektionsgefahr erhöht. Neben der Tröpfcheninfektion ist dabei der Übertragungsweg über Schwebeteilchen/Aerosole verstärkt im Blickfeld.  
Die Nutzung der Gesangbücher ist möglich, wenn diese nach der Benutzung auf den Plätzen verbleiben und dort mindestens 3 Tage unbenutzt liegen bleiben. Damit ist eine Schmierinfektion ausgeschlossen.
Kirchenmusik wird auf angemessene Weise durch den Kirchenmusiker bzw. die Kirchenmusikerin praktiziert. Dazu kann neben dem Orgelspiel die Mitwirkung von einzelnen Sängern, kleinen Chorgruppen, Instrumentalisten oder kleineren Instrumentalgruppen gehören. Auf diese Art und Weise können auch musikalische Andachten und kürzere Konzerte angeboten werden.
Abweichungen für Gemeindegesang und Kirchenmusik sind mit der örtlichen Gesundheitsbehörde zu klären. Im Freien sind dabei größere Abweichungen möglich.

Die Direktorenkonferenz Kirchenmusik hat derzeit verfügbare wissenschaftliche Äußerungen und Studien zusammengestellt zur Frage der Corona-Infektionsrisiken beim Musizieren. Diese Zusammenstellung finden Sie unter Downloads auf dieser Seite.

 

Taufen, Hochzeiten und Trauerfeiern:

Aus der Rundverfügung der EKM:
Taufen und Trauungen sind im Gottesdienst möglich. Öfter als bislang sollen sie außerhalb des normalen Gemeindegottesdienstes bzw. im kleinen Kreis stattfinden. Bei der Taufe sind die hygienischen Vorsichtsmaßnahmen zu beachten, d. h. die bzw. der Taufende trägt eine Mund- und Nasenbedeckung, da der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann. Hinweise für alternative liturgische Formen wurden vom Gemeindedienst erarbeitet
Die Zulässigkeit der Kasualgottesdienste betrifft nur die Gottesdienste selbst. Anschließende Familienfeierlichkeiten sind davon nicht erfasst.
Bei Trauerfeiern sind die Abstands- und Hygieneregeln einzuhalten.


Regelung Corona-Verordnung Freistaat Thüringen:
Für Trauerfeiern und Eheschließungen gibt es keine zahlenmäßigen Beschränkungen mehr. Es gelten aber die Abstands- und Hygienevorschriften. Daraus ergeben sich Beschränkungen der Teilnehmerzahlen beispielsweise für Trauerhallen, Friedhöfe oder Kirchen.


Regelung 8. Corona-Verordnung Sachsen-Anhalt:
Für kirchliche Trauungen und Beisetzungen gilt eine absolute Teilnehmerbegrenzung von 500 Personen in geschlossenen Räumen und 1000 Personen im Freien – jeweils unter der Maßgabe, dass die Sicherheitsabstände und weitere Maßgaben nach dem Infektionsschutzkonzept eingehalten werden

 

Online-Kollekte

Ab sofort kann man in der EKM die Kollekte auch online abgeben. Die Landeskirche hat dazu eine entsprechende einfache Möglichkeit auf der Website geschaffen. Hier wird u.a. die gewünschte Höhe der Kollekte eingegeben sowie Name und Mailadresse. Auch der Erhalt einer Spendenquittung ist möglich Der Kollektenzweck richtet sich dabei nach dem üblichen Kollektenplan: www.ekmd.de/service/spenden-kollekten/ihre-spende/?evangelische-kirche-in-mitteldeutschland/spende

 

Rechtsfragen zur Übertragung von Gottesdiensten im Internet:

Die EKD hat Folgendes mitgeteilt:

Einstellen bzw. Einblenden von Noten und Liedtexten im Internet

Mit der VG Musikedition ist vereinbart, dass Lieder/Liedtexte im Zusammenhang mit der zeitgleichen und zeitversetzten Übertragung von Gottesdiensten, anderen kirchlichen Veranstaltungen gottesdienstlicher Art sowie sonstigen gemeindlichen, nicht-kommerziellen Veranstaltungen zugänglich gemacht werden können . Die ursprünglich geltende 72 -Stunden-Grenze ist nicht mehr Gegenstand der Vereinbarung. Gemeindegliedern können so Noten und Liedtexte online zur Verfügung gestellt werden, soweit die Rechte von der VG Musikedition wahrgenommen werden. Liedzettel zum Download dürfen aber nicht angeboten werden. Nicht urheberrechtlich geschützte Werke können unabhängig davon online gestellt werden. Diese Regelung gilt zunächst bis zum 31. Dezember 2022.

Musikwiedergaben im Internet im Zusammenhang mit Gottesdiensten

Die Verbreitung von Livestreams und Videos über YouTube und Facebook wird bei der GEMA durch YouTube bzw. Facebook selber abgegolten, die GEMA hat eigene Vereinbarungen mit den Plattformbetreibern. Es wird deshalb das Hochladen von Gottesdiensten und damit auch von urheberrechtlich geschützten Musikwerken auf diese Plattformen empfohlen.

Die Corona-Ausnahmeregelung für die Nutzung von GEMA-geschützten Musikinhalten auf Gemeindewebseiten galt nur bis zum 15.9.2020. Die EKD ist mit der GEMA darüber im Gespräch sind, ob und wie eine weitere Nutzung aussehen könnte.

Es wird empfohlen, Gottesdienste nur für einen begrenzten Zeitraum im Internet abrufbar zu gestalten.

Eine ausführliche Information zu Gema-Fragen und weiteren Fragen zur Gottesdienstgestaltung finden Sie in folgendem Link auf der EKD-Seite: https://www.ekd.de/informationen-zur-gema-bei-youtube-54143.htm

Die Evangelische Kirche in Baden hat sich intensiv mit dem Thema Online-Gottesdienste beschäftigt. Hinweise sind zu finden unter: https://www.ekiba.de/html/content/tipps_fuer_gemeinden_zu_digitalen_angeboten.html

 

 

Regelungen der Länder:

Thüringen: Gottesdienste sind nach § 8 Abs. 1 S. 1 Nr. 2 zulässig. Anträge oder Anzeigen sind nicht erforderlich. Sonderregelungen für Veranstaltungen unter freiem Himmel gibt es nicht. Eine absolute Teilnehmerbegrenzung enthält die Verordnung nicht, sondern entsprechend der jeweiligen Raum-/Flächengröße ergibt sich unter Beachtung der Abstandsregeln aus der Rundverfügung eine Teilnehmergrenze. Einzuhalten sind die Infektionsschutzregeln nach den §§ 3–5 der Verordnung. Das Infektionsschutzkonzept der Rundverfügung ist das „Gerüst“ für das örtliche Konzept. Ergänzungsbedürftig sind Ausführungen zur Raumkapazität bzw. Flächenkapazität unter freiem Himmel unter Beachtung der Abstandsregeln und zu den Belüftungsmöglichkeiten.
Auch kirchliche Trauerfeiern zählen zu den Veranstaltungen nach § 8 Abs. 1 Nr. 2.Eine Beschränkung auf den engsten Familien- und Freundeskreis besteht nicht.  
Anwesenheitslisten sind bei kirchlichen Veranstaltungen nach § 8 Abs. 1 S. 2 nicht notwendig
Die aktuelle Corona-Verordnung des Freistaats Thüringen im Wortlaut gibt es hier: https://corona.thueringen.de/behoerden/ausgewaehlte-verordnungen/

Sachsen-Anhalt: Gottesdienste sind möglich. Die Anzahl der zulässigen Teilnehmer bestimmt sich aus der Größe der Kirche und der Einhaltung der Abstandsregeln. Das Schutzkonzept der Rundverfügung für Gottesdienste ist maßgeblich und auf den Raum und die vorhandenen Möglichkeiten vor Ort umzusetzen. Für kirchliche Trauungen und Beisetzungen gilt darüber hinaus eine absolute Teilnehmerbegrenzung auf 500 (ab 1. November: 1000) Personen in geschlossenen Räumen und 1000 Personen im Freien – jeweils unter der Maßgabe, dass die Sicherheitsabstände und weitere Maßgaben nach dem Infektionsschutzkonzept eingehalten werden. Es sind Anwesenheitslisten zu führen.
Die 8. Corona-Verordnung des Landes Sachsen-Anhalt gibt es hier: https://ms.sachsen-anhalt.de/fileadmin/Bibliothek/Politik_und_Verwaltung/MS/MS/Presse_Corona/VO/20200915_Achte_SARS-CoV-2-EindaemmungsVO.pdf

Sachsen: Gottesdienste und andere Veranstaltungen sind nach § 2 Abs. 9 möglich. Die Teilnehmerbegrenzung ergibt sich aus der Möglichkeit den Sicherheitsabstand einzuhalten; eine absolute Personenbegrenzung gibt es nicht. § 2 Abs. 9 lässt die Unterschreitung des Mindestabstands bei Führen einer Anwesenheitsliste und „geeigneten Hygieneregelungen“ zu. Im Falle der Unterschreitung des Mindestabstands ist insbesondere die zu kontrollierende Pflicht zur Mund-Nasen-Bedeckung eine geeignete und dann notwendige Hygieneregelung, sodass es im Ergebnis sachdienlicher ist, den Mindestabstand einzuhalten. Wird der Mindestabstand eingehalten, ist keine Anwesenheitsliste notwendig. Das Infektionsschutzkonzept der Landeskirche ist eine „branchenspezifische Konkretisierung“ i. S. d. § 4 Abs. 1 der Verordnung und somit maßgeblich für die Durchführung von Gottesdiensten und anderer Veranstaltungen. Nach § 4 Abs. 2 ist auf dieser Grundlage ein eigenes schriftliches Hygienekonzept zu erstellen und umzusetzen. Dabei sind für die einzelnen Nutzungsarten (z. B. Kirchenmusik) die Hinweise der VBG als ebenfalls „branchenspezifische Konkretisierungen der Unfallversicherungsträger“ zu beachten. https://www.coronavirus.sachsen.de/download/SMS-Corona-Schutz-Verordnung-2020-06-25.pdf

Brandenburg: Bei Gottesdiensten gilt nach § 4 keine absolute Teilnehmergrenze mehr. Die Teilnehmerzahl bleibt aber durch die erforderliche Einhaltung der besonderen Abstands- und Hygieneregeln nach § 3 beschränkt. Die Abstands- und Hygienestandards nach dem Infektionsschutzkonzept der Rundverfügung erfüllen diese besonderen Abstands- und Hygieneregeln. Diese Standards gelten auch für kirchliche Trauerfeiern, Trauungen und allen weiteren kirchlichen Veranstaltungen. Eine Anwesenheitsliste ist nach § 3 Abs. 1 Nr. 5 Pflicht. https://www.brandenburg.de/cms/detail.php/bb1.c.669399.de



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