Evangelische Schulen in Thüringen und Sachsen-Anhalt weiter beliebt

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epd | 08.08.2017

Erfurt (epd). Dreimal so viele Nachfragen wie Plätze: Nicht nur in Erfurt erfreuen sich die evangelischen Schulen anhaltender Beliebtheit.

So steigen auch im neuen Schuljahr die Schülerzahlen an den 21 Einrichtungen der Evangelischen Schulstiftung in Mitteldeutschland auf 5.143 Mädchen und Jungen weiter an, sagte ihr Vorstandsvorsitzender Marco Eberl am Dienstag in Erfurt. Darunter seien allein in den Grundschulen 454 Erstklässler, die am Wochenende in Gottesdiensten in die Schulgemeinschaften aufgenommen werden.

Gerade in den größeren Städten Thüringens und des südlichen Sachsen-Anhalts habe man die Nachfrage nicht decken können, räumte Eberl ein. So wollten in Erfurt dreimal so viele Eltern ihre Kinder in eine evangelische Schule schicken, als Kinder aufgenommen werden konnten. Ein Quorum sorge dafür, dass auch konfessionslose Mädchen und Jungen angenommen würden. Über alle Schularten hinweg liege der Anteil der Kinder, die keiner Kirche angehörten, bei etwa der Hälfte.

Die 21 evangelischen Schulen finanzieren sich nach Eberls Angaben etwa zur Hälfte aus Zuschüssen der Länder Sachsen-Anhalt und Thüringen. Die andere Hälfte der für den Betrieb nötigen Gelder stamme aus den Schulgeldern der Eltern sowie in geringerem Maße aus Spenden sowie Zuweisungen der Kirchenkreise. Monatlich bezahlten die Eltern nach Angaben der Stiftung zwischen 90 und 150 Euro pro Kind. Sozialfonds ermöglichten, dass auch Mädchen und Jungen aus weniger begüterten Familien an einer evangelische Schule lernen können.

"Wir möchten, dass die Klassen auch die ganze Vielfalt der Gesellschaft widerspiegeln", sagte der Stiftungschef. Daher lernten auch etwa 200 Schüler mit einem sonderpädagogischen Förderbedarf an den evangelischen Regelschulen mit. Das entspreche etwa vier Prozent der Gesamtschülerzahl.

Auch in den Lehrerzimmern der zwölf Grund-, zwei Regel und einen Gesamtschule sowie in den sechs Gymnasien der Stiftung seien mit Beginn des Schuljahres viele neue Gesichter zu sehen. Von den 620 Mitarbeitern wurden 62 Lehrer mit Beginn des neuen Schuljahres eingestellt, so Eberl. Die jungen Kollegen hielten den Altersdurchschnitt bei 42 Jahre; dieser Wert liegt deutlich unter dem Landesdurchschnitt bei Lehrern von über 51 Jahren.

Auch wenn es an den kleineren Standorten zunehmend schwieriger werde, geeigneten Lehrernachwuchs zu finden, sorge das spezielle Klima an den evangelischen Schulen noch immer für volle Lehrerzimmer. Keine der Schulleiterstellen sei unbesetzt, sagte Eberl.

Trotz der wachsenden Schülerzahlen sei im Moment keine Neugründung einer Schule geplant, sagte die Bildungsdezernentin der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM), Martina Klein. Der Schwerpunkt liege zumindest kurzfristig im qualitativen Ausbau der bestehenden Standorte. So sei in Erfurt die Einrichtung einer Primarstufe an der Gesamtschule geplant, fügte Eberl hinzu.

Der Zuwachs bei den Schülerzahlen erkläre sich unter anderem auch daraus, dass in den Schulen inzwischen fast alle Klassenstufen besetzt seien. So beginne am Evangelischen Gymnasium in Meiningen mit dem neuen Schuljahr der erste Abiturjahrgang, erklärte Klein. In Halle starte an der Grundschule die sogenannte Zweizügigkeit. Beim Gottesdienst am Samstag würden hier erstmals Schüler zweier erster Klassen willkommen geheißen.



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