23.06.2020
Altbischof blickt auf die Geburtsstunde des Protestantismus zurück

Erfurt (epd). Die evangelische Kirche hätte sich aus Sicht des früheren Thüringer Landesbischofs Christoph Kähler in der Vergangenheit mitunter deutlicher zu politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen positionieren müssen.

Dieses Resümee ziehe er in einem Festvortrag zum Gedenken an das Augsburger Bekenntnis, zu dem er am Donnerstag in Erfurt erwartet werde, teilte das Evangelische Augustinerkloster am Montag mit.

Die Veröffentlichung der als "Confessio Augustana" bekanntgewordenen Grundsätze des lutherischen Glaubens am 25. Juni 1525 gilt als Geburtsstunde des Protestantismus. Der Altbischof werde bei seinem Thema "Christliches Bekenntnis in den Umbrüchen der Geschichte" insbesondere die 100 Jahre nach der Trennung von Staat und Kirche in Thüringen im Zuge der Weimarer Reichsverfassung in den Blick nehmen, hieß es.

"Ein Missbrauch des christlichen Glaubens für fremde Zwecke ist nicht immer sofort zu erkennen und die notwendige Klarheit oft nicht leicht zu gewinnen", erklärte der emeritierte Leipziger Theologieprofessor vorab. Deshalb könnten Bekenntnisse helfen, in denen Glaubens-Grundsätze festgelegt seien. "Zu 100 Jahren Thüringer Kirchengeschichte gehören Zeiten, in denen ein klares Bekenntnis gegen unmenschliche Irrlehren nötig gewesen wäre", erklärte er.

Im Augustinerkloster - 1505 bis 1511 auch Heimat des späteren Reformators Martin Luther - wird alljährlich am 25. Juni an die "Confessio Augustana" erinnert. Der 76-jährige Kähler war von 2001 an Thüringer Bischof, bis seine Kirche 2009 mit der Kirchenprovinz Sachsen zur Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) verschmolz.

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