Brandanschlag auf Flüchtlingsboot in Wittenberg noch unaufgeklärt

Wittenberg (epd). Zwei Monate nach dem Brandanschlag auf ein ausgestelltes Flüchtlingsboot in Wittenberg gibt es noch immer keine Hinweise zu den Tätern. Die Ermittlungen des Staatsschutzes wegen vorsätzlicher Brandstiftung laufen nach wie vor gegen Unbekannt, wie ein Polizeisprecher am Donnerstag in Dessau-Roßlau sagte.

Es würden immer noch Zeugen gesucht. Bisherige Aussagen von Zeugen hätten noch nicht zur Aufklärung des Falls beigetragen. Es wird von einem politisch motivierten Hintergrund der Tat ausgegangen. Auf dem ausgebrannten Boot waren Brandmittel gefunden worden.

Die Stadt Wittenberg hat zwischenzeitlich über den weiteren Umgang mit dem Wrack beraten. Geplant ist zunächst die Erstellung eines Konzeptes, sagte eine Stadtsprecherin am Donnerstag in Wittenberg. Dabei soll es unter anderem darum gehen, wie ein Mahnmal aussehen könnte. Das Boot soll nach den jetzigen Vorstellungen am bisherigen Standort erhalten bleiben.

Bei dem Flüchtlingsboot, das Mitte November ausgebrannt ist, handelte es sich um ein Exponat der Weltausstellung zum Reformationsjubiläum 2017, das nach dem Ende der Schau von der Stadt wie auch andere Exponate übernommen worden war. Das Schiff hatte im Jahr 2013 insgesamt 244 Frauen, Männer und Kinder unversehrt von Libyen nach Sizilien gebracht. In Wittenberg sollte es eine gesellschaftliche Auseinandersetzung mit dem Thema Flucht anregen und später als Denkmal und Ort der Diskussion erhalten bleiben. Das 23 Tonnen schwere Boot trug den Namen al-bahja (Fröhlichkeit, Freude).

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