06.03.2019
Lebensmittelverschwendung: Organisationen fordern Wegwerfstopp

Berlin (epd). Anlässlich der Fastenzeit haben die Deutsche Umwelthilfe und der Verein foodsharing einen gesetzlichen Wegwerfstopp für Lebensmittel gefordert. Rund 90 Prozent der unverkauften Lebensmittel landeten im Müll, teilten die Organisationen am Dienstag in Berlin mit. Dies entspreche mindestens 11,5 Millionen Mahlzeiten pro Tag.

Die Tafeln retteten zwar jährlich 260.000 Tonnen Essen, dies reiche aber nicht aus. "Was wir als Tafel und foodsharing retten, ist ein Tropfen auf den heißen Stein", sagte David Jans, Vorstandsmitglied von foodsharing. Der Verein bewahrt eigenen Angaben nach Lebensmittel vor der Vernichtung und verteilt sie ehrenamtlich und kostenfrei im Bekanntenkreis, in Obdachlosenheimen, Kindergärten und über die Plattform foodsharing.de.

Laut Jans kooperieren inzwischen viele bundesweite Handelsketten mit gemeinnützigen Organisationen. Trotzdem würden genießbare Lebensmittel noch immer entsorgt: "Manchmal überprüfen wir die Tonnen und stellen erschrocken fest: Sie sind voll mit gutem Essen", kritisierte er.

Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe, wies auf die Folgen der Lebensmittelverschwendung hin: "Noch genießbare, wertvolle Lebensmittel wegzuschmeißen ist nicht nur ein moralischer, sondern auch ein ökologischer Skandal", betonte er. Schließlich würden die Produkte häufig mit hohem Wasser- und Energieverbrauch hergestellt. Zudem kämen oftmals Dünger, Pestizide und Kraftstoffe zum Einsatz.

Die Bundesregierung habe sich im Rahmen der Ziele für nachhaltige Entwicklung der UN dazu bekannt, die Lebensmittelverluste bis 2030 um die Hälfte zu reduzieren, hieß es. Um dieses Ziel zu erreichen, brauche es neben freiwilligen Maßnahmen auch gesetzliche Standards. Die Organisationen verwiesen auf das Nachbarland Frankreich: Dort gebe es seit 2016 einen gesetzlichen Wegwerfstopp, der bereits erste Erfolge zeige.

Um auf die hohe Lebensmittelverschwendung aufmerksam zu machen, haben den Angaben nach 47.000 Menschen Ernährungsministerin Julia Klöckner (CDU) per Petition zum "Verschwendungsfasten" aufgerufen. Die Fastenden wollen für sieben Wochen ihren Essensmüll drastisch reduzieren. Unterstützt wird die Aktion unter anderem von der Schauspielerin Marion Kracht, der Grünen-Politikerin Renate Künast und der ehemaligen Boxweltmeisterin Tina Schüssler.

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