04.05.2020
Sachsen-Anhalt lockert Corona-Beschränkungen | Kirchen können Gottesdienste in eigener Verantwortung organisieren

Magdeburg (epd). Sachsen-Anhalt lockert die aufgrund der Corona-Pandemie verordneten Beschränkungen im öffentlichen Leben.

Das Selbstorganisationsrecht der Kirchen und Religionsgemeinschaften wird nicht mehr eingeschränkt, wie Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) am Samstag in Magdeburg mitteilte: "Wir geben die Verantwortung in diese Bereiche zurück, sie definieren die Hygienestandards selbst und tragen die Verantwortung." Dies sei auch eine "Verantwortung für das Gesamtsystem in Sachsen-Anhalt". Ab Montag seien dann religiöse Veranstaltungen und Gottesdienste wieder möglich, sagte Haseloff.

Bislang waren Gottesdienste im Gegensatz zu anderen Bundesländern aufgrund der Corona-Pandemie ausnahmslos verboten. Die Kirchen im Land hatten aber bereits Schutzkonzepte erarbeitet. Die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland (EKM) hat unter anderem eine Maskenpflicht für Gottesdienste vorgegeben. Der Krisenstab der Evangelischen Landeskirche Anhalts wird sich am Montag treffen und am Dienstag in einem Rundschreiben konkrete Empfehlungen für die kirchliche Arbeit geben.

Museen, Gedenkstätten und Bibliotheken dürfen ab Montag auch wieder Besucher empfangen. Kulturminister Rainer Robra (CDU) sagte, er sei erleichtert, nun erste Schritte zur Öffnung der Kultureinrichtungen verantworten zu können. Es seien sehr gute Konzepte erarbeitet worden, und es gebe ein hohes Problembewusstsein bei den Einrichtungen. Es würden allerdings nicht alle Einrichtungen mit einem Schlag öffnen können, zum Teil müssten noch entsprechende Voraussetzungen geschaffen werden.

Wichtig seien auch Besucherlisten, da einige Häuser auch überregional attraktiv seien, um im Fall einer Infektion die Infektionsketten nachzuvollziehen. Kinos und Lichtspielhäuser könnten allerdings noch nicht öffnen, ausgenommen seien Autokinos, fügte Robra hinzu.

In Alten- und Pflegeheimen ist ab 11. Mai auch wieder Besuch möglich: eine Stunde pro Tag von einer Person. Die Besucher müssen allerdings einen Mund-Nasen-Schutz tragen, der vom Heim gestellt werde. Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD) sagte, sie habe viele emotionale Briefe mit Bezug auf das Besuchsverbot in Heimen für alte Menschen und Behinderte bekommen. Um Besuche zu ermöglichen, müssten am Eingang der Heime medizinische Masken ausgeteilt werden.

Spielplätze könnten ab 8. Mai wieder benutzt werden. Die Entscheidung darüber liege bei den Kommunen. Statt nur zu zweit, darf man sich künftig mit bis zu fünf Personen treffen. Um die Wohnung zu verlassen, braucht man keinen triftigen Grund mehr. Die Öffnung der Gastronomie ist zum 22. Mai angestrebt.

Ministerpräsident Haseloff betonte: "Neben dem gesundheitlichen Schutz der Bevölkerung ist es auch notwendig, dass wir schrittweise zu einem normalen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Leben in unserem Land zurückkehren." Für eine Entwarnung sei es dennoch zu früh. Die Pandemie sei nicht überwunden. Aber Sachsen-Anhalt gehe über das hinaus, was mit den anderen Bundesländern als "Grundsockel" vereinbart worden sei. Haseloff sagte: "Wir gehen einen erheblichen Schritt nach vorn, müssen aber korrekturfähig bleiben." Er fügte hinzu: "Wir glauben, das verantworten zu können."

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