Thema Kirchenasyl in "Glaube + Heimat": EKD-Experte für Rückkehr zu konstruktivem Dialog

Weimar/Düsseldorf (epd). Der Migrationsexperte der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Manfred Rekowski, ruft mit Blick auf das Kirchenasyl die zuständigen Behörden zur Rückkehr zu einem konstruktiven Dialog mit den Kirchengemeinden auf. Gemeinden, die Kirchenasyl gewährten, gerieten immer stärker unter Druck, schreibt der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland in einem Gastbeitrag für die in Weimar erscheinende Mitteldeutsche Kirchenzeitung "Glaube + Heimat" (Ausgabe vom 10. Februar).

Räumungen würden angedroht, Pfarrer erhielten Strafanzeigen: "Dies alles liegt nicht am Kirchenasyl selbst, sondern am behördlichen Umgang mit ihm."

In der Vergangenheit seien Fälle aus einem Kirchenasyl in einer hohen Zahl erfolgreich abgeschlossen worden und hätten zu einem Bleiberecht geführt, erläuterte Rekowski, Vorsitzender der Kammer für Migration und Integration der EKD. Die Haltung der Behörden habe sich allerdings stark gewandelt: "Sie agieren restriktiver." Anders als bis vor eineinhalb Jahren seien nur noch wenig positive Prüfungen seitens des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (Bamf) zu verzeichnen. Derzeit sind den Angaben nach insgesamt in Deutschland 532 Fälle von Kirchenasyl bekannt. Betroffen sind demnach 850 Flüchtlinge, darunter 190 Kinder.

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