Thüringen will "Lutherland" bleiben

Erfurt (epd). Thüringen will nach dem Ende des Reformationsjubiläums die Marke "Lutherland" ausbauen und festigen.

Das rot-rot-grüne Kabinett beriet und billigte am Dienstag seinen Abschlussbericht zu den Feierlichkeiten, sagte der Reformationsbeauftragte der Landesregierung, Thomas Seidel, anschließend in Erfurt.

Eine wichtige Rolle für die Marke "Lutherland" könnte in der Zukunft das Jahr 2021 spielen, sagte Seidel. Dann jährt sich zum 500. Mal der Auftritt Martin Luthers (1483-1547) vor dem Reichstag in Worms und seine anschließende Scheinentführung auf die Wartburg nach Eisenach, wo er in weniger als drei Monaten das Neue Testament aus dem Griechischen ins Deutsche übertrug.

Dazu plane man eine länderübergreifende Kooperation mit Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt zum Thema "Worms. Wartburg. Wittenberg - 500 Jahre Reichstag und Bibelübersetzung", kündigte Seidel an. Dazu bereite die Stadt Eisenach noch im Juni bereits einen Workshop der potenziellen Partner vor. Zudem werfe ein weiteres historisches Ereignis bereits seine Schatten voraus. Es werde geprüft, ob sich 2025 eine Landesausstellung dem Thema "Thomas Müntzer und der Deutsche Bauernkrieg" widmen werde, so der scheidende Reformationsbeauftragte.

Er rechtfertige noch einmal die hohen Ausgaben für Lutherdekade und Reformationsjubiläum. Bei den etwa 60 Millionen Euro, die Thüringen in diesem Zusammenhängen ausgeben habe, handele es sich um "gut angelegtes Geld", so Seidel. Gut zwei Drittel der Summe sind nach seinen Angaben in die touristische Infrastruktur und städtebauliche Maßnahmen gesteckt worden. Das Hauptziel - die historische Dimension der reformatorischen Bewegung in inhaltlicher und geografischer Breite zu thematisieren - sei über historische Grundlagenforschung, museale Vermittlung und kulturelle Transformation gelungen.

Die eingesetzten Fördermittel und Investitionen würden sich auch weiterhin auszahlen. Das Interesse gerade ausländischer Gäste an einem Besuch der originalen Lutherstätten des Landes lasse nicht nach. Viele Touristen hätten zudem im vergangenen Jahr den Jubiläums-Trubel gescheut und ihre Reise in das laufende Jahr gelegt. Dennoch sei der Erfolg nicht selbstverständlich gewesen. "Der Freistaat hat mit dem Reformationsjubiläum im Inland wie im Ausland großes Interesse auf sich gezogen und viele Freunde gewonnen. Dafür gebührt allen Beteiligten Anerkennung und Dank", zitierte Seidel Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke).