19.12.2018
Thüringer Bündnis ruft zur Unterstützung der Seenotretter auf

Erfurt (epd). Das Bündnis "Mitmenschlich in Thüringen" ruft Land und Kommunen dazu auf, in Sachen Seenotrettung von Flüchtlingen klar und deutlich Position zu beziehen. In einem am Dienstag in Erfurt veröffentlichten Appell heißt es: "Das Sterben im Mittelmeer kann und darf nicht länger hingenommen werden."

Alle politischen und staatlichen Verantwortlichen sollten sich an einer menschenrechtszentrierten Flüchtlingspolitik orientieren und das Engagement von Seenotrettung unterstützen.

In dem Schreiben wird darauf hingewiesen, dass beinahe täglich Menschen auf der Fluchtroute über das Mittelmeer ertrinken. 2017 starben nach Angaben des Bündnisses 3.100 Menschen auf dem Meer, 2016 waren es mehr als 5.000. Darüber hinaus müsse man von einer hohen Dunkelziffer ausgehen. Gleichzeitig würden Staaten wie Italien oder Malta private Seenotrettungsaktionen behindern. Seenotrettung sei kein Verbrechen, sondern ein Gebot der Mitmenschlichkeit, so das Bündnis. Es sei humanitäre Pflicht aller politisch Handelnden, nicht wegzuschauen.

Das Bündnis unterstützt die Initiative der Thüringer Beauftragten für Integration, Migration und Flüchtlinge, Mirjam Kruppa. Sie hatte die Kommunalvertretungen in einem offenen Brief eingeladen, sich in dieser Frage zu positionieren. "Mitmenschlich in Thüringen" erinnerte daran, dass auch der Deutsche Städtetag klar Stellung bezogen habe - im Gegensatz zum Thüringer Gemeinde- und Städtebund.

Das Bündnis "Mitmenschlich in Thüringen" war am 26. Oktober 2015 vor dem Hintergrund der Auseinandersetzungen um den Flüchtlingszustrom nach Europa, Deutschland und Thüringen gegründet worden. Es setzt sich nach eigenen Angaben für Demokratie, Vielfalt und Mitmenschlichkeit ein. Zu seinen Mitgliedern zählen neben Einzelpersonen auch Sozialverbände, Vereine, Kirchen, Gewerkschaften, Arbeitgeber, die jüdische Landesgemeinde und muslimische Gemeinden sowie der Landessportbund und der Landesfeuerwehrverband.

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