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01.04.2021
Fastenzeit-Impulse: "Fasten und Fastenbrechen" von Landesbischof Friedrich Kramer

Fasten heißt freiwillig zu verzichten: auf Brot, auf die süße Belohnung, auf die schönen Dinge.

Sich mal nicht irgendetwas gönnen, sondern Nichts gönnen. Vom Hungern unterscheidet sich das Fasten darin, dass es freiwillig geschieht. Das ist vielleicht das Wichtigste beim Fasten.

Wir durchleben Tage, die uns viel abverlangen. Manches ist verboten, vieles ist nicht möglich, und das Wenigste von diesem Vielen lassen wir freiwillig. Aber warum eigentlich nicht! Das wäre doch einen Versuch wert: probehalber 40 Wochen freiwillig verzichten, wonach wir uns gerade so sehr sehnen. Das würde etwas verändern, so wie beim Fasten. Da klicken im Verzicht ja auch nicht die Handschellen, sondern das Nicht-Tun wird langsam zum Nicht-Tun-Müssen, das nach Freiheit schmeckt.

Am Ende des freiwilligen Verzichts dann das Fasten zu brechen – breakfast –, ist etwas Besonderes: Der erste Apfel auf deinem hübsch gedeckten Tisch. Wie der riecht und wie der aussieht – hat die Welt schon jemals einen Apfel gesehen, so bunt und saftig! Er wird nach dem ganzen Leben schmecken. Und das erste Stück Brot wirst du nach dem Fasten nicht hungrig hineinschlingen. Du wirst es lange in Händen halten, begreifen und seine Kraft schmecken Bissen für Bissen, Krume für Krume.

Wie wird bloß die erste Begegnung im Straßencafé nach dem entbehrungsreichen Corona-Verzicht sein? Die Fastenzeit wird uns helfen, bewusst darauf zuzugehen und das Hungern und Dürsten nach Nähe als ein Fasten zu erleben. Das Fastenbrechen wird himmlisch sein.

Genießt das Fasten, und genießt das Fastenbrechen.


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