Video abspielen
Das Video wird von Youtube eingebettet. Es gelten die Datenschutzerklärungen von Youtube.

03.03.2021
Fastenzeit-Impulse: "Verbote" von Stefan Große

Verbote schrecken mich ab. Sie provozieren Widerstand.

Meine Freiheit soll beschnitten werden. Das kann nicht sein. In der Pandemie nehme ich das bewusster wahr als sonst. Reisefreiheit, Freizügigkeit oder das Recht, mich mit anderen zu treffen zum Essen im Restaurant oder zum Besuch eines Konzerts. Verboten!

Schaue ich doch einmal genauer hin:

Wie war das früher?

Herr Pfarrer, Ihr Sohn raucht hinter der Friedhofsmauer!

Väterliches Donnerwetter und striktes Verbot , abschreckend an den damals Neunjährigen gerichtet. Relativ wirkungslos.

Verständnisvolle mütterliche Aufklärung über die schlimmen Folgen, garniert mit Fotos über Lungenkrebs. Eindrucksvoll überzeugend für den Moment, aber nicht nachhaltig. Was hat das mit mir zu tun?

Ergebnis: Mutter schaute in den Jahren danach gezielt weg. Ich entschied mich, zu rauchen und tat das in der Jugend heftiger, später nur noch zu Gelegenheiten.

Am reizvollsten war es immer, wenn es verboten war. Am Rande des Schulhofs oder auf dem Tankwagen bei der Armee.

Warum habe ich aufgehört? Die Verbote waren es nicht. Es war meine eigene freie Entscheidung. Auslöser? Ein Erkältungsinfekt.

Die Erkenntnis: Verbote funktionieren nur sehr begrenzt. Die eigene, frei getroffene Entscheidung ist stabiler.

Und es geht mir besser. Keine morgendlichen Kopfschmerzen mehr, deutlich mehr Sport und der Blutdruck ist auch wieder in Ordnung.

Manchmal geht es aber wohl doch nicht ohne Verbote. Das sehe sogar ich ein. Aber bitte nur so lange, wie es nötig ist, um das Leben zu schützen in der Pandemie.

Im Verzicht Neues probieren, kann auch jetzt klappen. Aber hoffentlich bald wieder freiwillig und nicht gezwungenermaßen.


Bleiben Sie mit unseren Newslettern auf dem Laufenden.

Hier Abonnieren

Die besten News per E-Mail - 1x pro Monat - Jederzeit kündbar