11.04.2022
Angedacht: Von Kindern lernen

Es ist still Im hellen Unterrichtsraum einer vierten Klasse der Evangelischen Grundschule in Magdeburg. Noch stiller als es durch den Gebrauch der Schutzmasken ohnehin ist.

Doch die Stille hat an diesem Morgen einen tieferen Grund, den Krieg in der Ukraine, der die Kinder zum Teil schwer belastet und ihnen viele Fragen ins Herz legt. Die Kinder haben Glück.  Hier dürfen sie ihre Fragen loswerden. Leid und Ungerechtigkeit, Tod und Flüchtlingselend gehören in dieser Schule, die sich „Schule gegen Rassismus und für Courage“ nennen darf , seit Jahren zum Schulalltag. Jährlich gibt es hier eine Projektwoche über den Umgang mit Sterben und Tod. Sie wird von Mitarbeiterinnen des Kinderhospizes in den Pfeifferschen Stiftungen in Magdeburg geleitet. Eine von ihnen sagt: “Kinder gehen auf ihre besondere Weise mit dem Thema um. Wir können von ihnen lernen, wie sie sich leidvollen Themen kreativ zuwenden. Wir singen, malen, lachen und beten zusammen. Das hilft den Kindern jetzt in dieser Kriegszeit, schwere Bilder und Geschichten auszuhalten und den ukrainischen Flüchtlingskindern, die unter ihnen sitzen, Mut zu machen und Freundschaft zu schenken."

Ich schaue mit Respekt auf die Klasse. Doch bevor ich mit dem Unterricht beginnen kann, meldet sich Jonathan. "Ich möchte ein Gebet vorlesen, das ich für die Ukraine geschrieben habe." Er betet:

„Gott, beschütze die Menschen in der Ukraine und hilf denen, die auf der Flucht sind…auch denen, die in Rußland dagegen sind, gib Kraft und Mut…Laß Putin wissen, dass es falsch ist, was er macht. In diesem Sinne. Amen.“

Ein Fenster ist offen. Die Worte des Gebetes fliegen in die Welt.

Es grüßt sie Pfarrerin Gabriele Herbst aus Magdeburg.

https://www.mdr.de/religion/religion/podcast-angedacht-100_zc-bb922eaf_zs-3acb58f0.html


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