05.08.2022
Städtetag zur Energiekrise: "Auf das Schlimmste vorbereiten"

Berlin (epd). Der Vize-Präsident des Deutschen Städtetags, Ulf Kämpfer (SPD), fordert im Zusammenhang mit der Gaskrise verbindliche Sparvorgaben vom Bund und einen Ausgleich für soziale Härten beim Energiesparen. 

Es sei noch nicht abzusehen, wie schwierig es im Winter werde, sagte er am Donnerstag im RBB-Inforadio: „Wir müssen uns auf das Schlimmste vorbereiten.“ Noch sei nicht klar erkennbar, ob es glimpflich ablaufe oder wirklich katastrophal werde.

Die sozialen Folgen seien mannigfaltig, wenn Betriebe Menschen entlassen müssten aufgrund eines Gasmangels oder hoher Kosten, warnte der Kieler Oberbürgermeister. Für große Teile der Bevölkerung könne es „existenziell schwierig werden“. Auch die Kommunen würden belastet, sagte er unter Hinweis auf die Übernahme von Heizkosten und eine möglicherweise höhere Zahl an Arbeitslosen.

Auf der Einsparseite müsse viel getan werden. Das gelte für private Haushalte, Unternehmen und Kommunen gleichermaßen. Wichtig sei, dass der Bund verbindliche Vorgaben mache, so Kämpfer unter Hinweis auf die Forderung nach einer Senkung der Mindesttemperatur in Behörden auf 19 Grad. „Mit Appellen allein wird es am Ende nicht getan sein“, sagte der Vize-Präsident des Städtetages. Es müsse 20 Prozent weniger Energie verbraucht werden: „Da werden wir alle unsere Komfortzone verlassen müssen.“

Kämpfer warnte davor, Maßnahmen mit der Gießkanne auszuschütten. Er plädierte für einen sozialen Ausgleich, insbesondere für Menschen mit niedrigen Einkommen. Soziale Härten abzufedern sei wichtig, um Proteste zu verhindern.


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