Entspannung

Was in angespannten Zeiten hilft

Es ist traurig: Auf Facebook trauen sich manche Menschen kaum noch bestimmte Themen anzusprechen, weil sie einen Shitstorm fürchten. Auf Twitter kann eine falsche Bemerkung schnell viral gehen und einen Politiker ins Abseits oder aber ins Rampenlicht befördern. Statistisch werden oft gar nicht die Ereignisse krasser, aber inflationär geteilte reißerische Überschriften und emotionale Kommentare lassen es so wirken. Das zeigt, wie angespannt die politische, soziale und gesellschaftliche Stimmung in Deutschland gerade ist.

Wie wäre es, wenn wir bei jedem Beitrag, den wir teilen wollen, kurz nachdenken würden, ob die dargestellten Vorgänge so plausibel und relevant sind? Oder ob wir über einen Sachverhalt einfach zu wenig wissen, um laut mitzurufen, was gerade alle rufen?

Als Christen ist es unsere Aufgabe, das Evangelium in die Welt zu bringen. Daher dürfen wir nicht schweigen, wenn Menschen sich offen gegen Glaube, Liebe und Hoffnung stellen. Ebenso sollten wir aber auch nicht unreflektiert fromme Dogmen runterbeten, denn das könnte genauso verbohrt bei anderen ankommen. Aber wer nachgedacht/geprüft hat, eine eigene Meinung gebildet, diese im Dialog geschärft hat, der sollte sie auch kund tun und damit der Gesellschaft helfen, zu reflektierten Positionen zu kommen. Und als große Gemeinschaft können wir uns dann den Rücken stärken, mit Hopespeech und Candystorms gegen negative Stimmungen anposten.

In der Bibel finden wir Beispiele, wo Menschen zuerst zur Ruhe kommen mussten, die Stille und die Einsamkeit gesucht haben, bevor sie Sprachrohr Gottes sein konnten. Diese innere Ruhe kann entspannen, wenn neue Skandale im lauten Trubel kämpferisch daherkommt. So lässt sich ganz viel Anspannung aus - digitalen und analogen - Debatten rausnehmen.

Lasst uns den Herbst nutzen, um selber zur Ruhe zu kommen, um in angespannten Diskussionen Entspannung zu leben und um wahrhaft gute Nachrichten offenherzig zu teilen.

Karsten Kopjar, EKM-SocialMedia-Koordinator

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