25.11.2021
28. November - 4. Dezember 2021

28.11. 1. Advent

Mit Psalm 24 auf den Lippen reißen wir Jahr für Jahr am ersten Advent Tür und Tor auf, um Gott den Weg in unsere dunkle Welt zu bahnen. In den vergangenen Monaten haben Menschen, die eigentlich befreundet oder gar verwandt sind, die Türen zu-, die Mauern zwischeneinander hochgezogen und die Herzenstür verbarrikadiert. Muss das so sein?

Gott,
du hast uns damals zusammengeführt,
du hast uns zu Freunden werden lassen,
tu es noch einmal, bitte.
Zieh‘ ein in die dunklen Seelenwinkel,
in denen wir gerecht vor uns selbst, aber einsam sind.
Öffne unsere Herzen,
öffne unsere Lippen,
öffne unsere geballten Fäuste,
damit wir einander wieder begegnen.

Amen.

29.11. Erster Tag von Chanukka

Jüdinnen und Juden – unsere älteren Geschwister im Glauben an den einen Gott – feiern seit Anbruch der vergangenen Nacht das Chanukka-Fest. Sie erinnern sich an die Wiedereinweihung des Zweiten Jerusalemer Tempels am 25. Tag des Monats Kislev im Jahre 3597 (164 v. Chr.). Nach Jahren des Bürgerkriegs war damals nur noch ein Rest geweihten Öles im Tempel, aber der reichte wundersam für acht Tage. Den ersten Tempel hatte Jahrhunderte vorher bereits König Salomo eingeweiht, erzählt die Bibel. Leihen wir uns heute Salomos Worte, die er in seinem Tempel-Weihgebet für das Volk Israel und jede/n einzelne/n betet, und bitten:

»HERR, mein Gott, höre sie, wenn irgendeine Not oder Krankheit sie trifft: wenn Hungersnot im Land herrscht, Pest, Getreidebrand oder Mehltau auftreten, Heuschrecken oder Ungeziefer sich ausbreiten oder ein Feind die Stadttore im Land belagert. Wer immer dann betet, ein einzelner Mensch oder dein ganzes Volk Israel: Höre jedes Gebet und jede Bitte! Denn jeder Mensch weiß, was seinem Herzen Not macht. Er wird seine Hände zum Gebet erheben und in Richtung dieses Tempels flehen. Dann hör du es in deiner himmlischen Wohnung! Vergib und greif ein! Gib jedem, wie es sein Tun verdient. Du allein kennst das Herz eines jeden Menschen.«
(1. Könige 8,37–39)

Amen.

30.11. Gedenktag des Apostel Andreas

Für viele Christinnen und Christen hat Andreas besonders die Fischer im Blick und unterstützt die Verliebten dabei, zueinander zu finden. Der Andreastag ist schottischer Nationalfeiertag. Hierzulande weiß der Volksmund: „Andreas, hell und klar, verspricht ein gutes Jahr“ oder „Andreas’ Schnee tut den Saaten weh“. Im Winter scheint in der Natur nicht so viel zu passieren, aber unter der vermeintlich toten Erdoberfläche steht das Leben schon in den Startlöchern, um bald zu sprießen, zu knospen und wieder zu blühen. Die Liebe wird es auch.

Lebendiger Gott,
du gründest deine Kirche auf Männer und Frauen wie Andreas,
Was auch ist – sie erzählen mutig von dir und säen Liebe, wo sich der Tod breitgemacht hat.
Wecke durch sie Glauben in unserer Zeit.
Erhalte uns in deiner Liebe.
Lass sie in uns wachsen;
lass uns in ihr wachsen;
Jetzt und allezeit.

Amen.

1.12. Auf den Weihnachtsmärkten

Nun sind viele Adventsmärkte schon wieder abgebaut, bevor es richtig losging. Die Infektionslage macht ein unbeschwertes Beisammensein bei Glühwein und Bratapfel im Advent unmöglich. Schausteller, Markthändler und Artisten trifft der zweite Corona-Winter mit allen Absagen und Einschränkungen hart. Betet wir für sie! Und mit ihren Worten – sie sind dem sogenannten Gebet der Artisten, Puppenspieler und Schausteller entnommen – lasst uns bitten:

Oh mein Gott, ich glaube an dich, ich vertraue dir, ich liebe dich und ich danke dir, dass du mich segnest.
Ich bitte dich, vergib mir meine Sünden, und hilf mir, anderen zu vergeben.
Ich bitte dich, bewache und beschütze mich und meine Lieben.
Lass mich bedenken mein Vorrecht, als Artist, Puppenspieler und Schausteller Freude und Vergnügen zu bringen; allen Menschen, den Jungen und den Alten, Armen, Einsamen und denen die vom Glück benachteiligt sind. Stärke mich in meiner Verantwortung für alle Menschen und Tiere, die mir anvertraut sind. Und wenn meine letzte irdische Tat vollendet ist und der letzte Vorhang fällt, dann nimm mich auf zu dir, und lass mich ewig glücklich sein bei dir.

Amen.

2.12. Regenflut in Chennai

In Südindien hat der Wintermonsun außergewöhnlich viel Regen gebracht. Viele Menschen sind gestorben. An vielen Orten ist das öffentliche Leben ganz erlegen. Nun hoffen die Menschen auf ein Ende der Fluten und beten. Unter den Betenden sind viele Christinnen und Christen, mit denen Gemeinden unserer Landeskirche partnerschaftlich verbunden sind. Verbinden wir unsere Bitten, denn das einmütige Gebet ist stark. Lasst uns beten mit Worten, die Helga Schröck-Vietor für die Flutopfer ersann:

„Rette mich, Gott!
Das Wasser steht mir bis zum Hals.
Ich bin versunken in tiefem Schlamm
und finde keinen festen Grund.
In tiefes Wasser bin ich geraten.
Eine Flutwelle spülte mich fort.“
(Psalm 69,2+3).

Gott,
wir bitten:
Gib Frieden denen, die in den Fluten geblieben sind.
Tröste, die nun ohne sie weiterleben müssen.
Behüte, die ihr Zuhause, die Hab und Gut verloren haben.
Gib Unterstützer für den Wiederaufbau.
Öffne die Herzen und Portemonnaies derer, die schnell helfen können.
Erhalte, die an ihre Grenzen kommen, um anderen zu helfen.
Stärke uns im Gebet füreinander.

Amen.

3.12.  Internationaler Tag der Menschen mit Behinderung

Seit 1993 wird am 3. Dezember der Internationale Tag der Menschen mit Behinderung begangen. »Du sollst dem Tauben nicht fluchen und sollst vor den Blinden kein Hindernis legen, denn du sollst dich vor deinem Gott fürchten«, fordert die Bibel. (3. Mose 19,14)

Gott,
du hast Himmel und Erde gemacht,
und uns so wundervoll vielfältig in ihr.
Frech achtet die Liebe das Kleine,
und du ersiehst dir Menschen nach den Spielregeln der Liebe.
Lass uns acht geben auf einander.
Lass uns aufmerksam sein füreinander,
für die Grenzen und für die Gaben,
die Stärke in der Schwäche liegt.
Lass uns nicht aufhören,
aneinander zu lernen.

Amen.

4.12. Wenn die Arbeit ruht

Wo die Arbeit saison- oder pandemiebedingt ruht, wo der Alltagsrhythmus und der Halt im Miteinander mit den Kollegen/ Kolleginnen fehlt, da greift die alte Sucht nach manchem.

Gott,
du bist mächtig.
Wenn meine Tage verdunkelt sind
und der Nebel meinen Geist umhüllt,
wenn meine Nächte einsam sind und
finsterer als tausend Mitternächte,
dann halte mich.
Halte mich ab von dem,
was ich bereuen werde.
Weise mir einen Weg in der Ausweglosigkeit.
Bevor ich meiner Schwäche erliege,
lass es Morgen werden in mir.

Amen.


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