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31.12.2016
Achthaben

„Unser nächster Halt ist Köthen. Wir verabschieden uns von den Reisenden. Ausstieg in Fahrtrichtung rechts!“
Köthen. Danach noch eine Station. Dann muss ich aussteigen. Ich packe meine Sachen schon mal zusammen: Trinkbecher und Brotdose, mein Buch und....
Hoppla, wo ist denn mein Handy? Ich durchwühle meine Sachen und werde immer hektischer. Aber da ist kein Handy! Da fällt mir ein, dass ich vorhin den Sitzplatz gewechselt hatte, ein Platz mit Tisch war freigeworden. Habe ich da etwa mein Handy liegenlassen?
Schnell eile ich zu meinem alten Platz zurück. Aber auch da ist kein Handy! Die Frau gegenüber sieht mich suchen. Und dann sagt sie: „Da war vorhin so ein Flaschensammler mit großen Tüten. Irgendwas Schwarzes hat der eingesteckt.“
Alles klar! Mein Handy. So ein Pech für mich - aber der Flaschensammler - na der hat heute Glückstag. Der sitzt bestimmt schon irgendwo mit seinen Kumpels und feiert! Auf meine Kosten. Der hat doch keine Ahnung. Auf dem Teil waren meine ganzen Kontakte! Dieser Blödmann. Na, vielleicht kriege ich den ja noch!
Ich haste durch den Zug. Dem Schaffner im nächsten Abteil schildere ich mein Unglück.
„Na dann komm’ se mal mit!“ sagt er. „Das hier hat der Flaschensammler abgegeben.“ Und schon halte ich mein Handy wieder in den Fingern. Nicht mal bedanken konnte ich mich. Denn der Flaschensammler war inzwischen in Köthen ausgestiegen. „Der muss noch ein paar Züge und Bahnsteige abklappern.“ meint der Schaffner. „Sonst lohnt sich das nicht für ihn.“
Da stehe ich nun, mit meinem teuren Handy und schäme mich. Weil der mit der Tüte so ehrlich war - und ich so voreingenommen.
Einen guten Tag, und haben Sie gut Acht – auf Ihre Sachen und auf Ihre Gedanken!

Ihr Peter Herrfurth, Landesjugendpfarrer in Magdeburg


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