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27.07.2021
Alphabet

Siegfried - Anton - Nordpol - Dora.

Haben Sie es erkannt? Ich habe das Wort „Sand“ buchstabiert.

Das geht gut mit der sogenannten Buchstabiertafel.

Meine Großmutter hätte „Sand“ übrigens etwas anders buchstabiert als ich:

Samuel - Anton - Nathan - David

So ging das nämlich offiziell bis 1934.

Aber von „Nathan“ sollte man nichts mehr hören. Aus Zacharias wurde Zeppelin. Bloß keine jüdischen Namen! Antisemitismus mitten im Alltag. Und das ist bis heute so geblieben: Martha statt Marie. Julius statt Jakob. Nur noch deutsche Namen für das deutsche Alphabet.

Apropos „Alphabet“ – auch kein deutsches Wort, sondern ein griechisches, die ersten beiden Buchstaben des griechischen Alphabets heißen Alpha und Beta.

Es geht von Alpha bis Omega. Kurz gesagt, von A bis O. In der Bibel heißt es darum: Gott ist A und O – erster und letzter Buchstabe, Anfang und Ende von allem, was wir in Worte fassen können.

Ja, so vieles auf dieser Welt hängt miteinander zusammen und hat gemeinsame Wurzeln. Die kann man nicht einfach wegschneiden.

Die Worte, mit denen wir leben, verraten viel über unsere Herkunft und auch über unsere Identität.

Noch in diesem Jahr soll es eine neue Buchstabiertafel geben.

Dann allerdings mit deutschen Städtenamen. Die seien unverfänglich.

Naja. Sofern Ost und West dabei berücksichtigt werden.

Wie wäre es zum Beispiel mit

Salzwedel - Artern - Nordhausen - Dessau?

Ich bin gespannt.

Peter Herrfurth, Landesjugendpfarrer in Magdeburg 


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