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21.09.2016
Angst

In Schleswig-Holstein passiert normalerweise nicht viel. Ich muss es wissen, denn ich komme daher. Aber vor einer Woche sind dort drei junge Männer festgenommen worden. Sie sollen von der Terrororganisation Islamischer Staat als Flüchtlinge getarnt nach Deutschland geschickt worden sein. „Da haben wir es“, sagen jetzt manche, „alles Terroristen, diese Flüchtlinge“.
Das stimmt natürlich nicht. Die Flüchtlinge, die jetzt bei uns sind, sind vor dem Krieg und Terror des Islamischen Staates geflohen. Sie suchen Frieden und Sicherheit bei uns. Die Männer, die festgenommen wurden, sind keine Flüchtlinge. Sie sind Terroristen.
Terror ist ein lateinisches Wort. Es heißt übersetzt „Angst, Schrecken“. Und Terroristen wollen nichts anderes, als Angst und Schrecken verbreiten. Deswegen begehen sie Anschläge. Und so böse es klingt: Die Anschläge sind noch nicht einmal das Schlimmste, sondern die Angst davor. Die Angst, es könnte auch dort etwas passieren, wo sonst nie etwas passiert. Und das Misstrauen gegenüber allen Fremden und den Flüchtlingen.
Ja, ich bin auch beunruhigt über solche Nachrichten. Aber ich lasse die Angst und das Misstrauen nicht die Oberhand gewinnen. „Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.“ Das steht in der Bibel. Ich habe es mir noch einmal unterstrichen.

Pfarrerin Kathrin Oxen aus der Lutherstadt Wittenberg


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