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23.09.2016
Friedensgebet

Hilft das eigentlich? Immer montags versammeln sich Menschen in der Marktkirche hier in Halle, um zu beten. Sie bitten Gott um Frieden für unsere Welt. Sie sind beunruhigt darüber, dass Bomben fallen. Dass Menschen sich mit Gewalt und Hass begegnen.

Der Krieg scheint manchmal so fern. Und doch kommt er mir ganz nahe. Bis in die Innenstadt von Halle. Da sehe ich Frauen, Männer und Kinder, die vor Gewalt und Elend geflohen sind. Mir kommt der Krieg ganz nah, wenn Anschläge in unserem Land mir Angst machen. Anschläge auf öffentlichen Plätzen, angestachelt von Terroristen. Anschläge auf Flüchtlingsheime, ausgeführt von Einheimischen.

Mir hilft es, wenn in Halle für den Frieden gebetet wird. Denn wenn ich bete, wende ich mich an Gott. Ich spreche das aus, was mich beschäftigt: meine Angst und meine Wut, aber auch meine Hoffnung. Ich denke an die Opfer und ihre Angehörigen, an die Verantwortlichen in der Politik und auch an die Polizisten, die sich darum bemühen, Schlimmes bei uns zu verhindern.

Und es hilft denen, die leiden. Wenn ich das tue, was mir möglich ist: Hilfsorganisationen unterstützen, geflohenen Menschen bei uns offen und mit Vertrauen begegnen. Und zu Gott beten mit meiner Sehnsucht nach Frieden. Wie alle, die das heute Abend und jeden Montag hier in der Marktkirche tun.

Meint Hans-Jürgen Kant, Superintendent in Halle


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