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31.12.2016
Gelb

Viele Eimer gelber Farbe haben sie geholt. Imran und Nio sind seit Stunden damit beschäftigt die Wände anzumalen. Farbstrich um Farbstrich. Die Seitenwände, die Rückwand, das Eingangsportal und auch das Türmchen.
Gelb ist eine gute Farbe meinen sie. Das Haus leuchtet nun wie helles warmes Licht.
„Es ist doch die Farbe der Engel,“ sagen sie. „Und Engel können wir hier gut gebrauchen.“
Denn immer wieder kommen Islamisten aus dem benachbarten Somalia hierher an den Stadtrand Nairobis. Sie zerstören Kirchen und greifen die christlichen Gemeinden an. Es herrscht darum oft Angst und es gibt viel Unfrieden zwischen den Christen und den Muslimen im Slum. Wem kann man noch trauen?
Imran taucht seinen Pinsel wieder und wieder in den Farbeimer und streicht die gelbe Farbe auf die Wand.
Es ist die Wand der Jeddah-Moschee. Sie grenzt unmittelbar an den großen Slum der kenianischen Hauptstadt. Auch Nio streicht weiter die Moschee mit an.
Sie tun es gemeinsam, der Muslim Imran und der Christ Nio.
Nur wenige hundert Meter entfernt steht die Kirche des Viertels. Auch sie hat einen neuen Anstrich von den Jugendlichen. Imran und Nio waren auch dort mit dabei. Die Kirche leuchtet gelb, wie die Moschee.
Imran und Nio setzen gemeinsam ein Zeichen gegen Gewalt und Hass.
Es wird noch viel gelbe Farbe und guten Willen brauchen. Doch die Jugendlichen am Stadtrand von Nairobi haben einfach angefangen. Auch an anderen Orten Kenias leuchten Kirchen und Moscheen gelb. In der Farbe des Lichtes und der Engel. Hoffnungsgelb.

Peter Herrfurth, Landesjugendpfarrer in Magdeburg


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