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08.10.2020
Getreue Nachbarn

Gute Nachbarn, was für ein Geschenk.
Wie sind ihre Nachbarn?
Vielleicht haben sie den Schlüssel von ihrer Wohnung und vom Briefkasten.
Nehmen die Post raus, wenn sie verreist sind und gießen die Blumen.
Oder kennen sie die Nachbarn gar nicht?
Wissen sie, was sie bewegt?
Mich hat es kalt erwischt mit meinen Nachbarn.
Viele Jahre haben wir nebeneinander gewohnt.
Sie sind viel jünger als ich.
Wenn ich abends nach Hause kam, saßen sie oft draußen.
Und luden mich ein: Komm doch rüber.
Nicht jeden Abend saßen wir zusammen, manchmal, aber immer hat es sehr gutgetan.
Als mein Mann so krank wurde, sagte der Nachbar:
Du kannst zu jeder Zeit bei uns klingeln, wenn du Hilfe brauchst.
Uns hat dieses Angebot gutgetan und Mut gemacht.
Befreundet waren wir nicht, aber eben gute Nachbarn.
Im Winter sahen wir uns selten.
In diesem Frühjahr wartete ich auf sie.
Sie kamen nicht.
Erst dachte ich: ‚Corona‘ und machte mir nicht viel Gedanken.
Ich fiel aus allen Wolken, als ich hörte, sie haben sich getrennt.
Ohne großen Streit.
Schon um ihrer Tochter willen.
Zu leise für uns Nachbarn.
Inzwischen sind alle drei ausgezogen.
Mir fehlen die Nachbarn.
Mir fehlt ihre Frage: Wie war Dein Tag? Wie geht es den Enkeln?
Und ich habe mich oft gefragt, warum habe ich gar nichts gemerkt?
Habe ich genug auf sie geachtet?
Wir brauchen treue Nachbarn wie das tägliche Brot. So sagt es Martin Luther.
Er erklärt das in seinen Kommentaren zum Vaterunser.
Eine Bitte lautet: Unser tägliches Brot gib uns heute.
Seien Sie ein treuer Nachbar und dankbar, wenn sie treue Nachbarn haben.

Das ist ein großer Schatz
sagt Pfarrerin Renate Höppner aus Magdeburg


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