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26.09.2016
Humor

Einkaufen im Paulusviertel in Halle. Ein bisschen Milch, ein paar Tomaten, Frischkäse. Schnell liegen die Sachen in meinem Korb. Aber dann vor der Kasse: eine lange Schlange. Ich seufze tief und runzle meine Stirn. Das kann dauern. Zugleich denke ich: die armen Verkäuferinnen! Wie halten die das nur aus - jeden Tag! Dann bin ich endlich dran. Die Kassiererin schiebt meine Waren über das Band. Als alle Preise gescannt sind, sagt sie:
„So, und jetzt führen Sie bitte Ihre Geldkarte in das Lesegerät ein. Sprechen Sie langsam und laut Ihre Geheimzahl hinein. Dann packen Sie bitte die Lebensmittel ein und lassen Ihre Karte stecken.“
Moment, denke ich, da stimmt doch etwas nicht. Meine Geheimzahl laut aussprechen? Ich blicke hoch und schaue in ein lachendes Gesicht. Die Augen der Verkäuferin blitzen vergnügt, während ich sie entgeistert anschaue.
„So geht das aber nicht“, sage ich verblüfft.
„Schade“, sagt sie. „Das hätte doch ganz schön sein können.“

Eine Verkäuferin mit Humor und Lebensfreude. Damit hatte ich in dieser Situation nicht gerechnet. Ich spüre, wie sich meine Gesichtszüge aufhellen. Beschwingt gehe ich aus dem Laden.

Gott hat dem Menschen Humor gegeben, damit er ihn auch einsetzt. Von dieser Verkäuferin will ich lernen. Verbiestert war gestern. Mit einem Augenzwinkern gehe ich durch den Tag.

Lassen Sie sich heute überraschen, wünscht Ihnen Hans-Jürgen Kant, Superintendent in Halle.


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