Angedacht, MDR, Radio, Radio-Andacht, Radio-Andachten, Radioandacht, Radioandachten,

23.12.2016
Jahresrückblick

Ich freue mich immer, wenn ich etwas zum ersten Mal mache. Neulich habe ich zum ersten Mal eine Torte mit einer Marzipandecke verziert. Im Sommer bin ich zum ersten Mal vom Dreimeterbrett gesprungen. Erste Male zähle ich. Erste Male stehen dafür, dass es etwas Neues geben kann. In der Zeit der Jahresrückblicke denke ich, ich sollte mir auch „letzte Male“ vornehmen. Das letzte Mal zu viel Schokolade essen, zum Beispiel. Das letzte Mal den lästigen Papierkram vor mir herschieben. Da gäbe es einiges, was je eher desto besser zum letzten Mal passieren sollte. Ich ahne aber schon, dass letzte Male nicht so viel Spaß machen wie erste Male. Denn die Dinge, die ich lieber lassen sollte, die sind eben nicht einmalig, sondern das sind Dauerbrenner. Schlechte Gewohnheiten, Bequemlichkeit – ob ich ein paar letzte Male schaffe, heute, im kommenden Jahr? Und ob es auch in den Nachrichten ein paar letzte Male geben wird: Ein letzter Kriegsbericht. Ein letzter gemeiner Schlagabtausch im Wahlkampf. Ein letztes Gewaltopfer. Ich ahne auch hier – so hoch können meine Erwartungen da nicht sein. Aber ob es meine persönlichen letzten Male sind oder die ganz großen letzten Male: Jedes einzelne schafft Raum für Neues, für Leben. Für Frieden und Zukunft. Einfach ist das nicht. Aber es lohnt sich. Wir haben ein ganzes Neues Jahr für den Versuch vor uns.

Gottes Segen für alle letzten Male wünscht ihnen Pfarrerin Katja Albrecht aus Merseburg


Bleiben Sie mit unseren Newslettern auf dem Laufenden.

Hier Abonnieren

Die besten News per E-Mail - 1x pro Monat - Jederzeit kündbar




E-Mail-Probleme

Aufgrund der Umstellung unseres E-Mail-Systems kann es zu Verzögerungen oder sogar dazu kommen, dass E-Mails nicht zugestellt werden.
Bitte nutzen Sie die Möglichkeit der Lesebestätigung.
Wir arbeiten dran.