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16.12.2016
Jesus kommt

Jesus Christus kommt in unsere Welt. Sagen wir Christen in diesen Adventstagen. Wie kann das aussehen? Der Dichter Leo Tolstoi erzählt vom Schuhmacher Martin. Bei ihm hat sich Jesus angesagt: „Martin, ich werde morgen zu dir kommen.“

Also steht Martin früh auf. Macht Feuer im Ofen, bereitet Essen vor und eine Kanne mit Tee. Dann beginnt er sein Tagewerk. Dabei schaut er immer wieder aus dem Fenster, ob Jesus kommt. Draußen treibt der Schnee. Es kommt der alte Soldat Stepanytsch. Er fegt die Straße. Und weil es zum Gotterbarmen kalt ist, bittet Martin ihn hinein in seine Werkstatt und serviert Tee. Später kommt eine fremde Frau. Sie hält ihr frierendes Kind auf dem Arm. Es ist barfuß und Martin schenkt dem Kind ein Paar Schuhe.
Als es dunkel wird, fragt sich Martin: Ob Jesus vorbeigegangen ist und ich habe ihn verpasst? Da hört er eine Stimme: „Ich war doch bei dir?! Hast du mich denn nicht erkannt?“
Und aus der dunklen Ecke des Zimmers tritt zuerst der alte Soldat, dann die Frau mit dem Kind. Beide lachen und verschwinden wieder. Martin liest in seiner Bibel: „Was ihr für einen meiner Brüder oder eine meiner Schwestern getan habt – und wenn sie noch so unbedeutend sind -, das habt ihr für mich getan!“ (Matthäus 25,40b).

In welchen Menschen wird mir heute Jesus begegnen? In dem Händler auf dem Markt, dessen Hände schon ganz rotgefroren sind? In dem weinenden Kind, dem der Trubel längst zu viel wird? - Ich will genau hinschauen.

Hans-Jürgen Kant, von der Evangelischen Kirche in Halle


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