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23.12.2016
Lob des "Und"

„Und da sagt der doch tatsächlich: Ich stimme dir zu, ABER du solltest lieber nochmal nachdenken.“ Mein Freund Tim ist richtig aufgebracht. Er ist empfindlich, wenn es um die Sprache geht. „Wenn er gesagt hätte: Ich stimme dir zu – UND du solltest noch einmal über folgende Punkte nachdenken, dann wäre das etwas anderes.“ Viele Situationen fallen uns im Gespräch dann ein, in denen wir ein Wort verwenden, das nur scheinbar richtig ist. Ich entschuldige mich, ABER… Uuuh, das geht eigentlich auch gar nicht. Ich entschuldige mich, UND… das gibt die Möglichkeit, etwas hinzuzufügen ohne, dass die Entschuldigung abgewertet wird. Das Wort ABER ist ein Vertuscher, das UND dagegen - das ist ein Türöffner. Ein ehrliches UND, das ist nicht immer leicht. Denn damit mache ich ja auch die Tür zu meinem Inneren weit auf. Ich UND Du. Das ist das menschliche Miteinander. Der jüdische Gelehrte Martin Buber hat schon 1923 ein Buch mit diesem Titel geschrieben. Ich UND Du. Er kann es gedanklich gar nicht schaffen, ein ICH ohne ein Du zu denken. Was soll das schon sein – ein Mensch ganz für sich alleine. Aber damit fängt eben auch die Schwierigkeit an. Wie gehe ich mit meinem Du um? In der Bibel klingt das so: Du sollst Gott lieben UND deinen Nächsten wie dich selbst. Da ist es wieder, das UND, der Türöffner – bis in den Himmel.

Einen Tag mit offenen Türen wünscht Ihnen Pfarrerin Katja Albrecht aus Merseburg


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