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17.12.2019
Mach mal langsam!

Früher Morgen im Advent. Wenn ich aufstehe, ist der Himmel noch schwarz und die Luft draußen noch kalt. Ich freue mich an der warmen Wohnung und an den Lichtern die in mein Zimmer dringen: Sterne leuchten aus den Häusern nebenan und von so manchem Balkon.

Ich lasse das Radio dudeln. Die Stimme des Moderators tönt angenehm frech in meinen Ohren: „Guten Morgen, liebe Hörerinnen und Hörer, nun mal raus aus den Federn!“

„Ja, ja, du hast ja Recht“, sage ich. Ein vollgestopfter Tag liegt vor mir. Sitzungen, Gespräche. Akten auf dem Schreibtisch. Nun aber hopp!

In der Küche weht mir Kaffeeduft entgegen. Den trinkt meine Frau, während ich mich in eine Wolke aus Muckefuck hülle. Advent heißt: Mach mal langsam. Hör mal hin. Denk mal nach.

Wir sitzen vor unserem Müsli. Lesen eine Geschichte aus dem Adventskalender. Und mit einmal lassen meine Frau und ich die Gedanken treiben. Wir denken an die Menschen, die uns lieb sind. An unsern kleinen Enkel Richard, wie er mit Begeisterung eine Bohrmaschine imitiert: „Ratterratterratter!“ Wir lachen. Genießen es. Als hätten wir alle Zeit der Welt. Und mittendrin sage ich: Danke, Gott, für so einen Morgen-Luxus! Und seien es nur drei Minuten.

Aber dann muss es doch schnell gehen. Das Geschirr – ab in die Spüle. Los geht’s.

Der neue Tag kann kommen. Nach so einem Morgen freue ich mich drauf.

Sagt Hans-Jürgen Kant von der Evangelischen Kirche in Halle.


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