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06.11.2023
Miteinander reden

Jetzt jährt sich gerade wieder ihr Todestag. Vor fünf Jahren hat Michaela ihre Mutter verloren. Die hat sich das Leben genommen, mit gerade mal Mitte 60. Das war ein schwerer Schlag für die Familie. Vor allem für Michaela. Sie wohnt weit weg und hat dadurch den schleichenden Rückzug ihrer Mutter aus dem Leben weniger mitbekommen.

Der Verlust hat sie verändert. Sie hat viel nachgedacht in den vergangenen Jahren und viel mit ihrem Vater gesprochen. Über ihre Kindheit und die Beziehung zu ihrer Mutter. Und warum es so schwierig war.

„Eigentlich habe ich meine Mutter nie so richtig gefühlt,“ sagt Michaela. „Sie war irgendwie nie richtig da. Ich weiß inzwischen, dass meine Mutter ein unerwünschtes Kind war. Und dass meine Oma sie das immer hat spüren lassen. Da hat sich für mich einiges geklärt. Warum sie so oft krank war und depressiv, warum sie oft wie abwesend war. Ich kann meine Mutter jetzt besser verstehen. Und ich habe ihr vergeben.“

Michaela hätte das alles gern vor dem Tod der Mutter gewusst. Aber da ist es zu solchen Gesprächen nie gekommen.

Das alles hat auch die Beziehung von Michaela zu ihrer eigenen Familie verändert, sagt sie. Sie versucht jetzt mehr mit ihrer Partnerin und den Kindern zu sprechen. Darüber wie es dem anderen gerade geht, was ihn geärgert hat oder gefreut, weshalb man in einer bestimmten Situation eben so reagiert hat. Sie ist froh, dass sie den Tod der Mutter auf diese Weise verarbeiten konnte. Das hat sie weiter gebracht.

Und die Trauer verändert sich- langsam und leise.

Zeit zum Reden wünscht Ihnen

Pfarrerin Christina Lang, Ev. Kirchengemeinde Naumburg


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