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07.04.2017
Priester taugen nichts

Seit Tagen sind sie in der Hauptstadt. Gestern gab es Ärger am Tempel; gerade noch einmal gut gegangen. Jetzt sitzen die Jünger mit Jesus zusammen. Immer mehr Menschen sammeln sich.
Jesus sagt: Die Priester im Tempel sind gar nicht fromm. Sie sehen nur auf ihren Vorteil und wollen das Geld der Gläubigen.
Den Jüngern stockt der Atem. MUSS er das sagen? Hier! Mitten in der Hauptstadt! So viele Menschen hören zu. Wer weiß, wie das endet!
Seit mehr als 30 Jahren bin ich Pfarrer. Das Urteil Jesu trifft mich persönlich. Stimmt das? Sehe ich nur auf meinen Vorteil? Will ich das Geld der Kirche?
Ich kenne solche Vorwürfe: Ihr Pfaffen! Sicherer Arbeitsplatz, gutes Gehalt!
Ganz ehrlich: Als ich Pfarrer wurde, wusste ich gar nicht, wieviel ich verdiene. Geld war nicht der Grund für mein Studium.
Ich will predigen, Menschen beistehen und das Evangelium von Jesus Christus erzählen. Seit einigen Jahren habe ich Verantwortung in einer Leitungsaufgabe.
Ist das alles falsch?
Wenn der Glaube einen Vorteil bringen soll
Wenn ein Amt nur der eigenen Eitelkeit dient
Wenn der Wunsch zu helfen die eigene Hilflosigkeit übertönen soll -
dann sind alle Vorwürfe berechtigt.
Trifft das auf mich zu?
Ich weiß es nicht! Ich weiß aber, ich werde mich vor Gott zu verantworten haben.
Das wiegt sehr viel schwerer als alle Vorwürfe und beschäftigt mich jeden Tag.
Hoffentlich hinreichend selbstkritisch
grüßt aus Dessau
Joachim Liebig


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