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07.10.2016
Robert Taitza

Er ging auch aufs Merseburger Domgymnasium. Genau wie meine Tochter. Nur lange vor ihr. 1933 wird er als Schüler des Domgymnasiums geführt, im nächsten Jahr fehlt sein Name in den Listen. Seine Schullaufbahn wurde durch die Nazis abgebrochen. Keiner weiß, was aus dem Merseburger Robert Taitza geworden ist. Vielleicht war er einer von Vielen, die ihre deutsche Heimat verlassen mussten, als die Angriffe der Nazis auf Menschen jüdischen Glaubens oder jüdischer Herkunft immer schlimmer wurden. Er war vielleicht auch einer von denen, die mit den Deportationszügen abtransportiert wurden. Insgesamt sechs Millionen Menschen wurden umgebracht. Unvorstellbar. So als wären Berlin und Hamburg heute menschenleer – und dazu noch Magdeburg und Halle. Der planvolle, massenhafte Abtransport der Menschen begann heute vor 75 Jahren. An vielen Stellen wird an die bekannten und an die namenlosen Opfer erinnert. Auch die Namen der jüdischen Schüler des Merseburger Domgymnasiums sind durch Nachforschungen von Schülerinnen und Schülern bekannt. Robert Taitza war einer von ihnen. Zum Glück müssen meine Tochter und ihre Klassenkameraden nicht fürchten, dass ihre Schullaufbahn abrupt endet. Zum Glück lernen sie im Geschichtsunterricht alles über dieses Verbrechen, das heute von 75 Jahren eine schlimme Stufe erreichte. Und ihr Entsetzen ist echt, wenn sie fragen: „Wie konnte so etwas Schlimmes in unserem Land geschehen?!“

Nachdenklich geht in diesen Tag Pfarrerin Katja Albrecht aus Merseburg


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