04.09.2019
Suchen und gefunden werden

„Komm mit!“, sagt unser Enkel Richard. Fast zwei Jahre ist er nun. Er nimmt meine Hand und zieht mich nach draußen. Wir hocken uns hinter einen Busch im Garten. Seine Mama soll uns suchen. Richard spielt so gerne Verstecken.

Doch niemand kommt. Keine Mama. Auch nicht seine Oma.

Richard ist traurig. „Mama?“ fragt Richard und schaut mit Sehnsucht in den Augen hinüber zum Haus.

Ein jüdischer Weisheitslehrer hat einmal geschrieben: „Gott will gesucht werden. Er hält sich verborgen. Manchmal rufen Menschen: Wo bist du, Gott, ich kann dich nicht finden! Das kann schmerzlich sein und bitter.

Aber manche Menschen suchen ihn nicht wirklich. Sagt der Weisheitslehrer. Dabei gibt Gott Zeichen. Streut Spuren aus! Und will sich am Ende doch entdecken lassen.

Schließlich kommt Richards Mama aus dem Haus. Wir hocken immer noch hinter dem Johannisbeerbusch. Sie geht suchend an uns vorbei. Sieht uns nicht. Entfernt sich. Wird sie uns nicht finden? Richard will doch gefunden werden! „Piep, piep“ gibt er Zeichen. Das heißt: Mama, finde mich doch!

Da dreht sie sich wirklich um, geht auf den Busch zu und ruft: „Oh, das ist ja mein Richard!“ Unser Enkel juchzt auf, wirft sich seiner Mama in die Arme und ist die Freude in Person. Du hast mich gesucht und wirklich gefunden!

Wie schön es ist, gefunden zu werden, freut sich mit seinem Enkel - Hans-Jürgen Kant in Halle.

 

 


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