Angedacht, MDR, Radio, Radio-Andacht, Radio-Andachten, Radioandacht, Radioandachten,

26.09.2016
Trecke-Junge

Ich stehe vor der Georgskirche in Mansfeld. An einer Skulptur bleibt mein Blick hängen. Hier ist Martin Luther als Trecke-Junge abgebildet. Das waren Kinder, die in ihren frühen Jahren schon im Bergbau arbeiten mussten. Denn die Schächte waren damals schmal und niedrig. Mit einem kleinen Wagen mussten sie durch den Berg kriechen, um Kupfererz und Abraum nach draußen zu transportieren. Bis heute türmen sich überall im Mansfelder Land weithin sichtbar Halden, die vom Bergbau erzählen.

Das harte Schicksal eines Trecke-Jungen ist dem kleinen Martin Luther allerdings erspart geblieben. Sein Vater hatte es als Hüttenmeister in Mansfeld zu einem gewissen Wohlstand gebracht. So durfte der Sohn die Schule besuchen und später auch studieren.

Dennoch wird Luther hier am Portal der Mansfelder Georgskirche als Trecke-Junge dargestellt.
Wahrscheinlich, weil er schon bald nach seinem Tod so bezeichnet wurde. Das war symbolisch gemeint. Damals wurde gesagt: So wie die Trecke-Jungen das kostbare Erz aus dem Berg holen, so hat Luther das Wort Gottes aus der Dunkelheit wieder ans Licht gebracht.
Zum anderen will die Skulptur wohl auch zeigen: Schaut her, dieser Martin Luther, dessen Denken die Welt verändert hat, das ist einer von uns hier im Mansfeldischen. Auf den sind wir stolz!

Und das können die Mansfelder auch sein, meint Hans-Jürgen Kant, Superintendent in Halle.


Bleiben Sie mit unseren Newslettern auf dem Laufenden.

Hier Abonnieren

Die besten News per E-Mail - 1x pro Monat - Jederzeit kündbar