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21.10.2016
Zugvögel

Nun sammeln sie sich in großen Scharen. Die Zugvögel in Richtung Süden. Sie finden nicht mehr ausreichend Futter. Die ersten Vögel sind schon im Sommer gestartet. Die letzten machen sich erst im Dezember auf den Weg. Einige fliegen nur eine relativ kurze Strecke bis ans Mittelmeer. Dazu gehören Kraniche, Kiebitze und die Stare. Andere fliegen bis nach Afrika wie die Weißstörche, der Kuckuck oder die Nachtigall.
Mehr als 2 Milliarden Vögel nehmen diesen weiten Weg nach Süden. Manchmal kann man sie sehen, gerade jetzt im Herbst. Da ziehen sie über unseren Köpfen hinweg.
So wie ich heute die Schwärme beobachten kann, so sah auch Martin Luther vor 500 Jahren die Vögel im Frühjahr kommen und im Herbst wieder davonfliegen. Einmal bemerkte er: „Du kannst nicht verhindern, dass ein Vogelschwarm über deinen Kopf hinwegfliegt. Aber du kannst verhindern, dass er in deinen Haaren nistet.“
Natürlich hatte Luther keine Sorge, dass es sich Stare auf seinem Kopf gemütlich machen könnten. Aber dass sich Gedanken und Einstellungen wie Vogelschwärme verbreiten, dass wusste Luther schon. Gedanken sind wie Zugvögel. Manche sind uns herzlich willkommen, sie bereichern unser Leben.
Aber es gibt auch die anderen Gedanken. Gesteuert von Wut und Neid. Und auch sie sammeln sich mitunter in großen Schwärmen.
Wir können diese Gedanken nicht verhindern. Aber wir können darauf achten, dass sie sich nicht in unseren Köpfen einnisten.

Peter Herrfurth, Landesjugendpfarrer in Magdeburg


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