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10.10.2016
An Grenzen gehen

Menschen, die an ihre Grenzen gehen, haben mich schon immer fasziniert. Egal, ob sie ins All fliegen, Triathlons absolvieren, Wüsten durchqueren oder durch den Ärmelkanal schwimmen – ich kriege eine Gänsehaut. Vielleicht, weil ich nicht so bin. An Grenzen gehen, davor habe ich Respekt.

An Grenzen gegangen sind in den letzten anderthalb Wochen auch Menschen mit Behinderungen. Sportler, die an den Paralympics in Rio teilgenommen haben. Eigentlich sind sie alle Helden. Weil sie ja ganz besondere Begrenzungen haben, mit denen sie klar kommen müssen.

Eine Sportlerin aus dem deutschen Team hat mich besonders beeindruckt: Franziska Liebhardt. Zwei Medaillen hat sie kurz hintereinander gewonnen, Gold und Silber. Sie leidet an einer Erkrankung, die ihre inneren Organe zerstört. Zwei Organtransplantationen hat sie hinter sich. Wenn das keine Grenzen sind! Lebensgrenzen gar. Sie weiß, wie krank sie ist. Und ist doch voller Lebensfreude und Lebensmut. Hut ab! Franziska Liebhardt ist eine, die das Leben feiert, mit allen Grenzen.
Tja - wie geht man mit Grenzen um? Das kann ich von Franziska Liebhardt lernen.
Mit ihnen leben ist das eine. Den Mut haben, sie zu überspringen, das andere. Beides gehört zum Leben und macht es reich, auch ohne Medaille.

Einen guten Sonntag wünscht Cornelia Biesecke, ev. Pfarrerin aus Eisenach.


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