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08.08.2023
Aufs Herz gelegt

Hast du eigentlich nie an Gott gezweifelt, fragt er sie erstaunt? Bei der Geschichte? Sie muss nachdenken, dann schüttelt sie den Kopf. Alle Krisen und Niederlagen – die waren menschengemacht, sagt sie. Nach der Scheidung war ich am Boden zerstört, ich wusste nicht, wie ich die Kinder durchbringen soll. Aber Gott hat mir Kraft gegeben und Menschen, die mir geholfen haben. Auch unerwartet. Da wusste ich, er vergisst mich nicht. Als es auf der Arbeit schwierig wurde und als ich den Job verloren habe, da war für mich auch klar, dass mein Weg irgendwo anders weitergeht. Ich habe einfach mehr gefragt: Gott, was willst du? Wo soll ich anklopfen? Und da tat sich diese Tür hier auf, zum Job in diesem Haus.

Und als dann der Brustkrebs kam, da war ich erschüttert. Aber ich dachte immer, dass mir Gott etwas zeigen will. Etwas, dass ich bis dahin übersehen habe. Und so war es auch. Ich habe mit dem Leben gekämpft, ich habe mit Gott gerungen, aber er hat mir über den Fluss geholfen, sagt sie. Jetzt weiß ich wieder besser, was wichtig ist. Mehr noch als die Arbeit: meine Familie, die Freundinnen, dass ich malen kann und singen. Der Chor war so wichtig für mich. Und: dass ich ein gastfreies Haus habe. Das wollte ich schon immer. Aber ich habe es übergangen. Jetzt weiß ich: Das hat mir Gott aufs Herz gelegt. Gäste zu haben, mal für eine Woche, mal für ein paar Monate – das ist so bereichernd für mich.

Nein, ich habe nicht gezweifelt. Aber ich wusste noch nicht, wie ich es leben kann. Jetzt kann ich lernen und gehen, auch mal zurückfallen, mich wieder aufraffen. Alles inklusive.

Ich bin ja nicht allein.

Ulrike Greim, Weimar, Evangelische Kirche


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