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14.10.2016
Der Teufel lacht

Unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen wird heute in Israel gefeiert. Jom Kippur, das Versöhnungsfest. Die höchste Sicherheitsstufe ist für Israel leider nichts Ungewöhnliches. An jüdischen Feiertagen scheint das Land besonders sensibel zu sein. Anschläge sind besonders hart. Einmal, es war 1973, hat an Jom Kippur ein Krieg begonnen. Das sitzt tief.
Wir bitter ist das. Ausgerechnet am Versöhnungsfest. Es ist, als wolle das Leben ein ums andere Mal sagen: Du bist verrückt, wenn du auf Versöhnung setzt. Der Teufel lacht. Dreckig und laut.
Wie schwer ist es, sein Herz offen zu halten für die Versöhnung. Dafür, dass es auch wieder anders kommen kann. Dass Kriegsparteien wieder zusammen reden. Und dass sie – ach guck – einen Weg finden. Einen schmalen vielleicht. Aber einen Weg.
Jom Kippur macht einen Vorschlag: Reinigt euch, wascht euch, fastet. Bekennt, was schief gelaufen ist. Und dann schickt eure Sünden in die Wüste.
Das ist die Hoffnung: dass es wieder anders werden kann. Dass Israelis und Palästinenser zusammen leben können. Dass Ex-Ehepartner wieder miteinander reden – ohne Anwalt. Nachbarn, die sich früher wechselseitig verklagt hatten.
Wunder sind möglich.
Halten sie ihr Herz offen dafür, dass es auch gut kommen kann, dass sie sich aussöhnen mit Gott und der Welt und dem Ex.
Das wünscht ihnen Ulrike Greim aus Weimar von der Evangelischen Kirche.


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