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28.09.2016
Erntedank

Große Kürbisse, Zuchini, natürlich Kartoffeln, Äpfel, Zwetschgen … und wenn es ganz traditionell zugeht, die eine oder andere Weizengarbe – das wird an diesem Wochenende in vielen Kirchen vor den Altar gelegt. Es wird Erntedank gefeiert. Das machen die Menschen seit Urzeiten. Eine gute Ernte war nicht selbstverständlich. Mehrere schlechte Jahre hintereinander und der Hunger hat an die Türen geklopft. Das Bangen um das tägliche Brot gehörte zum Alltag. Wie oft habe ich als Kind gehört: „Brot wirft man nicht weg.“

Heute wird in Europa ein Drittel bis zur Hälfte aller Lebensmittel weggeworfen. Dabei ist auch heute nicht für alle selbstverständlich, einen gedeckten Tisch vor sich zu haben.

Der Dank ist der Schlüssel, um uns bewusst zu machen, dass wir immer noch leben von dieser Mutter Erde. Das ist keine komplizierte Sache. Ist so schwer, erst mit dem Essen anzufangen, wenn alle am Tisch sitzen oder erst aufzustehen, wenn alle fertig sind. Klar, die Krönung wäre ein Tischgebet: „Wir haben täglich Brot zu essen, wir werden immer wieder satt, lass uns auch den nicht vergessen, der nichts zu essen hat.“ Zum Beispiel. Oder wer es eilig hat, hier mein Kürzestes: „Diesen Reis Gott zum Preis.“ Aber auch ein einfaches Danke, das uns durch den Kopf huscht, läuft auf dasselbe hinaus: mehr Achtung vor allem Lebendigen.

Morgen ist Erntedank.
Ralf-Uwe Beck, evangelisch und aus Eisenach.


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