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07.10.2016
Google unser im Himmel

Google unser im Himmel. Geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme, nein, es ist schon da. Dein Wille geschehe, wie im Orbit, so auf Erden. Google, Du bist allmächtig. Du weißt alles über mich. Was ich für e-Mails schreibe, mit wem ich befreundet bin, wie viel ich verdiene, Du kennst die Bilder aus dem Kernspintomographen, die zwischen den Ärzten hin und hergeschickt werden. Du schaust in den Bauch werdender Mütter, siehst die Embryos in 3D, bevor die Eltern sie sehen. Du weißt, wie viel ich auf dem Konto habe. Und wenn Du nur wolltest, könntest Du ratzfatz eingreifen, ein paar Zahlen verschieben und mich pleite gehen lassen. Hacker können das. Google und Co machen es möglich. Den Geheimdiensten. Oder auch den kleinen Computer-Nerds irgendwo in irgendeinem verlassenen Kellerzimmer dieser Welt.
Gott sieht alles – google sieht mehr. Und mit diesem Internet-Kartell die Geheimdienste. So können wir es dieser Tage im Kino sehen im Film über Ed Snowden. Gru-se-lig!
Nein, google, du bist nicht im Himmel. Und dein Name werde nicht geheiligt. Dein Reich gehört begrenzt. Und dein ungeheurer Daten-Hunger. Du bist nicht Gott. Ich will nicht blauäugig sein und Dir hinterherlaufen. Nicht dir dienen. Du siehst mich nicht, du beobachtest mich nur. Ich glaube an den Gott, der mich sieht.
Ulrike Greim, Weimar, Evangelische Kirche.


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