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28.09.2016
Meister Eckhart-Tage

Er ist einer der bekanntesten Thüringer, nur den Thüringern ist er nicht so recht bekannt: Meister Eckhart. Der hat im 13./14. Jahrhundert in Erfurt gelebt, er war Mönch, Prior, Vorsteher des Predigerklosters, gleich beim Fischmarkt. Er war sehr gebildet, wortgewandt und hat immer nach dem Besonderen gesucht, nach dem, was über den Alltag hinausragt. Nun, das ist lange her. Aber im Pflaster vor der Predigerkirche, wie gesagt, drei Schritte vom Fischmarkt weg, kann man heute noch über sieben seiner Verse stolpern. Die sind dort ins Pflaster eingelassen. Einer geht so: „Nimm dich selber wahr, und wo du dich findest, da lass dich.“ Für Thüringer Ohren im 21. Jahrhundert klingt das schon schräg, oder?

Deshalb gibt es morgen von 17 bis 20 Uhr Übersetzungshilfe. Überall in der der Erfurter Innenstadt werden künstlerische Aktionen aufgeführt. Lebendige Statuen, Musiker, Sänger, Rapper, Maler und Grafiker werden die mittelalterlichen Verse von Eckhart anschaulich machen. Ein Höhepunkt der Meister-Eckhart-Tage.

Der große Meister könnte uns auch heute noch etwas zu sagen haben. Nehmen wir noch einmal diesen merkwürdigen Satz: Nimm dich selber wahr, und wo du dich findest, da lass dich. – Könnte so viel heißen, wie: Achte auf dich, deine Bedürfnisse, deine Sehnsüchte. Aber lass auch wieder los und wende dich anderen zu. Denn es ist wie mit einem warmen Bad: Es tut gut, darin zu sitzen, aber irgendwann wird das Wasser kalt.

In diesem Sinne wünscht einen guten Tag Ralf-Uwe Beck, evangelisch und aus Eisenach.


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