Augenblick mal, MDR, Radio, Radio-Andacht, Radio-Andachten, Radioandacht, Radioandachten,

27.09.2016
Tafeln

Deutschland geht es gut, die Arbeitslosenzahlen sind niedrig, das Wirtschaftswachstum ist stabil. Steigende Zahlen. – Ist es da nicht merkwürdig, dass auch die Zahl derer steigt, die sich mittags bei den Tafeln um eine Mahlzeit anstellen? In weniger als zehn Jahren hat sich die Zahl verdoppelt. Gestern hat der Bundesverband der 900 Tafeln in Deutschland seine Jahresbilanz vorgestellt. Mittlerweile werden 1,5 Millionen Menschen im Jahr mit Mahlzeiten versorgt – die Hälfte ist im erwerbsfähigen Alter, ein Viertel sind Rentner, ein Viertel Kinder, Flüchtlinge sind hinzugekommen. Die Tafeln sammeln viele Millionen Tonnen Essen ein und bringen es dorthin, wo es hingehört, zu Bedürftigen. Es sind Lebensmittel, die sonst entsorgt werden. Aber es reicht nicht, da immer mehr Menschen zu den Tafeln kommen, werden die Mahlzeiten kleiner.

Die Reichen werden reicher, die Armen ärmer. Auch dieser Trend ist ungebrochen. Wer hat, dem wird noch gegeben, heißt es in der Bibel, wer nichts hat, dem wird auch das noch genommen. Auf gut deutsch: Der Teufel scheißt immer auf den größten Haufen. Die Tafeln setzen dem etwas entgegen, sie schlagen eine Brücke zwischen Überfluss und Mangel. Wer bittet, dem soll auch etwas gegeben werden. Engagiert sind hier unzählige Ehrenamtliche. Auch bei den 33 Tafeln in Thüringen. Nehmen wir diese Bilanz zum Anlass, um diesen engagierten Menschen einmal ordentlich Danke zu sagen

– meint Ralf-Uwe Beck, evangelisch und aus Eisenach.


Bleiben Sie mit unseren Newslettern auf dem Laufenden.

Hier Abonnieren

Die besten News per E-Mail - 1x pro Monat - Jederzeit kündbar