04.09.2019
Trump - der Auserwählte?

Der Präsident der USA hat umfangreiche Machtbefugnisse, er ist Regierungschef, kann selbst Verordnungen erlassen, ist oberster Befehlshaber. Er gilt als der mächtigste Mann der Welt.

Genau der steht vor ein paar Tagen auf dem Rasen vor seinem Weißen Haus, breitet die Arme aus und hebt sie zum Himmel: „Ich bin der Auserwählte“, ruft er vor den versammelten Reportern. Und genießt die Wirkung. Seine Vertrauten skandieren, Gott selbst habe Trump als Erlöser geschickt, um Amerika groß zu machen. Die Welt schaut zu. Manche sind gerührt, mich schüttelts.

Da möchte man den Bibelspruch an die weißen Wände sprühen: „Wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt werden.“ Wer hoch steigt, wird tief fallen. Kann man tiefer fallen, als Verträge zur Rüstungsbegrenzung zu kündigen und aus Klimaverträgen auszusteigen? Da hat die Weltfamilie Jahrzehnte daran gearbeitet, die goldenen Kälber des Profits im Gatter zu halten und Trump reißt das einfach nieder. Da nennt sich einer auserwählt, dessen Hass auf Flüchtlinge so weit geht, Kinder wochenlang von ihren Eltern zu trennen und einzusperren. Unsereins würde in der Erde versinken vor Scham. Weiter runter geht’s kaum.

„Ich bin der Auserwählte“, ruft er zum Himmel. Und von da schallt es zurück: Nichts da, selig sind, die Frieden stiften, selig sind, die hungert nach Gerechtigkeit, selig sind, die sich barmherzig zeigen.

Aber Trump hört das nicht. Er hat in des Teufels Küche gefrühstückt,

meint Ralf-Uwe Beck, evangelisch und aus Eisenach.


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