Augenblick mal, MDR, Radio, Radio-Andacht, Radio-Andachten, Radioandacht, Radioandachten,

25.10.2016
´Tschuldigung - und tschüß?

Puh - ganz schön viele Leute auf dem Bahnsteig. Alle stehen dicht gedrängt. Dann die Durchsage: Heute die Wagen in umgekehrter Reihenfolge. Und da ist auch schon der Zug. Alles schnappt die Koffer. Wo ist jetzt mein Wagen? Ein einziges Durcheinander und - autsch. Na klar, das musste ja sein. Ein Mann rammt mir seinen Koffer in die Ha-cken. Richtig weh tut das. Mein lautes „Autsch“ hat er gehört. Aber er murmelt nur schnell „Tschuldigung“ - und weg ist er. „Tschuldigung“ - und tschüß. Kann er nicht wenigstens kurz stehen bleiben und sehen, was passiert ist? Oder fragen, ob er helfen kann? Aber das passt ja: Zu den eigenen Fehlern stehen - das machen die wenigsten. Warum ist das eigentlich so? Vielleicht befürchten wir: Einmal eingestandene Fehler, die werden wir nicht wieder los. Die kleben an uns wie das Pech an der Pechmarie. Also besser nichts damit zu tun haben. Dabei stimmt das doch gar nicht. Wir sind doch mehr als unsere Fehler. Und sie bleiben auch nicht für immer an uns kleben. Mir hilft es, zu wissen: Gott legt mich schon mal nicht fest auf das, was ich falsch mache. Im Gegenteil: Bei ihm kann ich es loswerden. Indem ich es sage, um Vergebung bitte, Verantwortung übernehme - und versuche, es wieder gut zu machen. Manchmal kostet das Überwindung. Manchmal ist das anstrengend. Aber es ist alle mal besser als ein schnelles „Tschuldigung-und-tschüß“ - findet Kristina Kühnbaum-Schmidt, Regionalbischöfin der evangelischen Kir-che in Meiningen.


Bleiben Sie mit unseren Newslettern auf dem Laufenden.

Hier Abonnieren

Die besten News per E-Mail - 1x pro Monat - Jederzeit kündbar