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14.10.2016
Zweierlei Maß

„Ich glaub, ich spinne.“ „Lächerlich.“ „Geht’s noch?“
Emotional wie immer wird auf den facebook-Seiten des MDR diese Nachricht kommentiert: Politiker von CDU und SPD haben die Syrer, die den Terrorverdächtigen Dschaber al-Bakr überwältigt und der Polizei übergeben haben, für das Bundesverdienstkreuz vorgeschlagen.

Ein deutsches Verdienstkreuz für Syrer? Mehrere Bildchen zeigen ein Männchen, dass sich übergibt.

Die meisten Kommentare sind heftig abwertend. Nur wenige bleiben nüchtern und abwägend.
Gibt es eigentlich in diesen Wochen und Monaten irgendwelche Meldungen, die auf der sachlichen Ebene diskutiert werden können? Eine, in der das Wort ‚Flüchtlinge’ vorkommt, ohne, dass es gleich heftige Reaktionen provoziert?
Der Tag gestern war normal. Frühstück, Arbeit, ordentliches Mittag, Arbeit, Feierabend. Freunde. Alles prima. Fehlte jemandem die Butter auf dem Brot? Musste jemand auf Wurst verzichten? Und letzte Nacht haben wir alle in weichen Bett geschlafen.
Gleichzeitig bombardiert – wer eigentlich genau – Aleppo. Die Stadt wird ausgebrannt. Und mit ihr tausende Menschen, die nicht mehr fliehen konnten. Drohnenbilder gestern im Netz, zeigen verheerende Szenen.
Sagt da jemand, er glaube, er spinne? Und ein heftiges: Geht’s noch? Muss sich jemand übergeben?
Wo sind unsere Maßstäbe?

Stellen sie sich mal vor, dass wahr wird, was Jesus prophezeit hat: Das Maß, mit dem ihr messt, dass wird man auch an euch anlegen.

Ulrike Greim, Weimar, Evangelische Kirche.


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