08.05.2020
75 Jahre Kriegsende

Meine Mutter war sieben Jahre, als der Krieg vorbei war. 75 Jahre ist das nun her. Ihr Zuhause in Dresden lag in Schutt und Asche. Von dort waren sie im Februar 1945 geflohen. Die Mutter, die das vierte Kind erwartete, der Vater und die beiden Geschwister. Zunächst haben sie ein Auto, dann müssen sie weiter zu Fuß. Zu fünft finden sie ein Zimmer in Treben im Altenburger Land. Wenig später eine Baracke, die der Vater ausbaut.

Die Kirchengemeinde wird ihr ein neues Zuhause. Und der Glaube, der sie durchs Leben tragen wird. Bis heute legt sie immer, wenn‘s schwierig wird, alles in „die gefalteten Hände“. So sagt sie es. Damit spannt sie den Himmel über sich auf, wie einen großen Schutzschirm. Das gibt ihr Ruhe.

Auch jetzt wieder, in der Krise. Sie schaut Gottesdienste auf dem iPad und freut sich über alles, was dennoch möglich ist an Kontakten.

Wenn ich heute an sie denke, dann bin ich dankbar für dieses unerschütterliche Gottvertrauen, das sie mir vorlebt. Jeden Tag neu.

„Gott, lass mir deine Barmherzigkeit widerfahren, dass ich lebe.“ So betet ein Mensch in der Bibel.

Ein Sehnsuchtsruf. In Erinnerung an das Ende eines schrecklichen Krieges, in der Hoffnung, dass Gott Frieden gebe und durch uns Frieden schaffe.

Diese Sehnsucht lege ich in dieser Nacht in die gefalteten Hände. Sagt Pfarrerin Dorothee Land, evangelisch und aus Erfurt


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