Apfelbäumchen-Hoffnung

Wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen.

Ob dieses Wort von Luther stammt?

Wer auch immer es war: Sie oder er hat ein Denkmal verdient! Denn dieses Wort ist einfach klasse! Zeitlos schön und hoffnungsvoll wie ein blühender Apfelbaum im Mai.

Am Reformationstag haben wir am Lutherweg Apfelbäume gepflanzt. Alte, regionale Sorten, die du in keinem Gartencenter bekommst.

Das Wetter war günstig, mal kein Regen. Viele Konfirmanden waren da, Eltern und Paten, einige Unbekannte. Und Öko-Bauern vom Lebensgut Cobstädt natürlich, die solche Arten züchten, damit sie nicht einfach verschwinden.

Fünf vor Zwölf der erste Spatenstich. Jemand zeigt, wie es geht. Einige Mädchen schauen noch ungläubig, die Hände in den Taschen. Aber ein paar Minuten später sind alle beschäftigt. Niemand friert mehr, die Gesichter sind konzentriert und glücklich.

Leute mit grünem Daumen, Jugendliche, die noch nie so in der Erde gebuddelt haben und für eine Stunde kein Handy brauchen, evangelische Gemeindemitglieder, katholische Pilger – wir alle haben ein gemeinsames Hoffnungsprojekt.

Ob das die Welt verbessert? Ob das den Klimawandel aufhält? Ob noch unsere Enkel und Urenkel von diesen Früchten essen werden?

Ich weiß es nicht. Aber dieses kleine Fleckchen Erde sieht jetzt wundervoll hoffnungsvoll aus.
Das Denkmal würde gut hierher passen!

Eine gute Nacht und einen hoffnungsvollen Morgen wünscht Angela Fuhrmann, Pfarrerin in Gotha