24.07.2018
Asylgipfel

Eines Tages werden sie alle kommen. Vom Osten und vom Westen, vom Norden und vom Süden und sie werden zu Tisch sitzen im Reich des Herrn. Alle Menschen an einem Tisch, so sagt es die Bibel.

Sie werden ihre Taschen auspacken und ihre Geschichten. Wie sie übers Meer gefahren sind auf der Suche nach Brot und einem besseren Leben. Sie werden dasitzen und den Leuten zuhören, die von Ankerzentren sprachen und vom Bruttosozialprodukt. Von Regierungsprogrammen und Machbarkeit.

Sie werden an einem Tisch sitzen mit Angela, Horst und Monika. Mit den Gebildeten und den Klugen. Sie werden da sitzen und ihre Wunden zeigen. Die mit Wasser vollgesogenen Lungen und die Arme, mit denen nicht mehr zu paddeln war. „Das ist er, der Asylgipfel“ werden sie sagen, alle Gäste an einem Tisch. Und Gott wird das Brot brechen. Das Tischtuch wird weiß sein und er wird sagen: Kommt, nehmt und esst!

Wir werden uns in die Augen schauen. Es wird uns wie Schuppen von den Augen fallen. Wir werden erkennen, wer wir füreinander sind: Helfer, Großsprecher, Retter.

Was ihr einem der Geringsten getan habt, das habt ihr mir getan, hat Jesus seinen Jüngern gesagt. Menschen, die nicht wussten, wovon sie morgen leben werden. Er hat es Menschen gesagt, die klug waren, manche waren auch richtig reich. Was ihr den Geringsten antut, tut ihr mir an; im Guten wie im Bösen. Es wird Heulen und Zähneklappern sein, es wird euch leid tun, wenn ihr hart gewesen seid und jene einmal vor euch stehen, die eure Hilfe brauchten und ihr nichts gegeben habt. Also seid jetzt zueinander schon gut!

Herz und Mut dazu wünscht Ihnen Kristin Jahn, Superintendentin im Kirchenkreis Altenburger Land.


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