Ausstellung

Das ist der Besuchermagnet zum Reformationsjubiläum in Thüringen. An die 300.000 Besucher. „Luther und die Deutschen“. Die Nationale Sonderausstellung auf der Wartburg. Noch bis Sonntag ist sie zu sehen.
Die Räume sind abgedunkelt. Und das erste Bild, auf das ich zugehe, zeigt gleich den Reformator mit dem Hammer in der Hand. Schlägt die Thesen an. Großer Auftritt. So hat man sich das vor hundert Jahren vorgestellt. Nüchtern dagegen die Originale aus der Lutherzeit. Ein Ablassbrief, die 95 Thesen. Und in der Vitrine vor mir ein Erstdruck des Neuen Testaments von 1522. Das hat Luther hier übersetzt.
Es geht weiter durch die Räume. Einblicke in die Wirkungen der Reformation. Auch das Problematische wird angesprochen. Man spürt das gleich: In dunklen Farben die Räume mit dunkler Erinnerung. Bauernkrieg, Luther und die Juden. Hell und freundlich dagegen die Räume mit den Errungenschaften. Bildung für alle. Kultur wird geprägt.
Im Schnelldurchgang geht es weiter durch die Geschichte. Neben mir die vielen Besucher, drücken sich den Audioguide ans Ohr. Und lassen sich erzählen, wie Luther über die Jahrhunderte gewirkt hat.
Am Ende der Ausstellung dann die Lutherstube. Hier war ich schon oft. Doch nach diesem Einblick in die Geschichte wirkt der vertraute Ort anders. Und ich staune:
Kleines Zimmer. Schreibtisch, Stuhl, Ofen. Viel braucht man nicht, um Gott zu suchen in den alten Buchstaben. Und eine Revolution loszutreten. Aber ein heißes Herz. Das ist immer der Anfang.
Eine gute Nacht wünscht Ihnen Pfarrer Tobias Schüfer, evangelisch und aus Erfurt.